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Einleitung

*Mein Hund achtet so wenig auf mich, wenn wir unterwegs sind. Wenn andere Menschen oder Hunde ihm Aufmerksamkeit schenken, läuft er oft, ohne mich eines Blickes zu würdigen, freudig, mit heftig wedelndem Schwanz, zu ihnen hin. Ich bin dann total unwichtig.*

*Mein Hund zerrt an der Leine und springt bei Begegnungen mit Mensch und Tier aufgeregt herum. Er scheint dann gar nicht mehr zu bemerken, dass es mich gibt.*

Mit diesen oder ähnlichen Hilferufen wenden sich immer mehr Hundebesitzer an unsere Hundeschule. Wenn Hunde sich so verhalten, ist die Beziehung zu ihrem Menschen durch eine geringe oder völlig fehlende Bindung getrübt. Oft füllt der Mensch seine Führungsrolle nicht richtig aus, und es mangelt an Kommunikation und gegenseitigem Vertrauen.

Mit dem Longieren möchte ich Ihnen eine noch sehr junge Trainingsmethode vorstellen, mit der sich die Bindung zwischen Mensch und Hund intensivieren und die Aufmerksamkeit des Hundes auf seinen Menschen steigern lässt.  Das Longiertraining wird die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem vierbeinigen Partner in jeder Hinsicht erheblich verbessern. Dieses Anleitungsbuch soll Sie und Ihren Hund auf dem Weg zum Team begleiten, das gemeinsam durchs Leben geht.  Ob erstes Ziel ist eine Partnerschaft und keine Herrschaft des einen über den anderen.

 

 

 Was ist Longieren?

Als mein Mann Georg und ich im Internet erstmals zufällig auf einen Bericht über Longiertraining für Hunde stießen, sahen wir uns fragend an: „Wozu soll das bloß gut sein?“ Ich bin mir sicher, Ihnen ist es nicht anders ergangen, als Sie zum ersten Mal von Hunden an der Longe hörten oder lasen. Was Longieren ist, wussten wir: Pferde werden an einer langen Leine, der Longe, im Kreis laufend trainiert, mit dem Ziel einer besseren Führung und Kontrolle. Zur Verbesserung der Bewegungsablaufs und zum Erlernen der Stimmkommandos sowie zur körperlichen Beschäftigung auf engstem Raum ist diese Methode in reiterkreisen sehr beliebt. Aber was hat das mit Hunden zu tun? Sehr viel sogar. Wir begannen intensiv zu recherchieren, besuchten Zahlreiche Seminare und waren begeistert  und überzeugt von dieser vielseitigen Trainingsmethode. Longieren steigert die Aufmerksamkeit und Konzentration des Hundes auf seinen Menschen, fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund und dient zugleich der geistigen und körperlichen Auslastung des Vierbeiners. Das gleichmäßige Traben im Kreis sorgt für Stressabbau und entspannt die Muskulatur. Longieren ist jedoch keinesfalls ein bequemer Ersatz für Ihre Gassirunde, sondern als ergänzendes, abwechslungsreiches Training gedacht. 

Der Hund lernt zunächst, in einem großen Kreis um den Menschen zu laufen und das Kreisinnere als Tabuzone zu akzeptieren. Ziel ist es, dass der Mensch in der Kreismitte steht und den außen laufenden Hund auf Distanz führt. Nur auf Sichtzeichen soll dieser verschiedene Übungen ausführen, die Richtung oder die Gangart wechseln und später auch am Kreis aufgestellte Hindernisse überwinden. Damit das klappt, müssen Mensch und Hund Schritt für Schritt ihre Kommunikation perfektionieren. Begonnen wird das Longiertraining an der Longe; der Kreis ist anfangs für den Hund  gut sichtbar mit einem Band markiert. Später geht man zum Training ohne Longe über. Das Endziel ist das freie Longieren ohne Markierung des Kreises.

 

 

Am großen Kreis der hohen Bindung

Mit dem im Folgenden vorgestellten Trainingsaufbau kann jeder Hund lernen, besser auf seinen Hund zu achten. Begonnen wird mit einem 10-Meter-Kreis, der je nach Trainingsfortschritt auf 20 und später sogar auf 30 Meter vergrößert werden kann.  Ihre Aufgabe ist es, den Hund nicht körperlich an sich zu binden, sondern im Gegenteil die Distanz zwischen Ihnen und Ihrem Hund schrittweise zu erhöhen. Es scheint zu Beginn ein Widerspruch zu bestehen, haben wir doch in der Einleitung festgestellt, dass  wir die Bindung stärken wollen. Auch die Kursteilnehmer in unserer Hundeschule hatten zu Beginn des Trainings die größten Schwierigkeiten, genau das Gegenteil von dem zu tun, was sie im alltäglichen Leben doch so sehr wollen: ihren Vierbeiner so nah wie möglich bei sich haben. Aber gerade durch den Aufbau von Distanz zwischen Mensch und Hund wird das Verlangen des Hundes, bei uns zu sein, immer größer. Da er nicht zu uns darf, richtet er seine Aufmerksamkeit vermehrt auf den Menschen, um diesen bloß nicht aus den Augen zu verlieren.

Wichtig beim Longieren ist eine ruhige, entspannte Lernatmosphäre, nur so macht es Spaß, und das ist schließlich das Wichtigste. Vergessen Sie auch nicht, dass jeder Hund sein individuelles Lerntempo hat, und fordern Sie besonders zu Beginn nicht zu viel, sondern üben Sie kurz und in kleinen Schritten. Planen Sie zwischen den einzelnen Trainingseinheiten unbedingt längere Ruhephasen ein. Macht der Hund beim Training Fehler, sind Strafen und Schimpfen unangebracht, denn meistens führen Hunde eine Übung nur deshalb falsch aus, weil sich der Mensch unklar ausgedrückt hat und sie ihn nicht verstehen konnten.  Fangen Sie einfach noch mal von vorne an und zeigen Sie ihm so lange geduldig, was Sie von ihm wollen, bis er es verstanden hat. Sie werden sich vielleicht fragen: „Kann das mein Hund überhaupt?“. Natürlich! Die meisten Hunde sind mit voller Begeisterung dabei und haben, ebenso wie ihre Besitzer, ganz viel Spaß am Longiertraining. Da es beim Longieren in erster Linie um Konzentration und nicht um Schnelligkeit geht, können auch gemächlichere Rassen wie Bernhardiner oder Landseer und kurzbeinige Rassen wie beispielsweise Dackel, mithalten.

Das Longieren eignet sich auch zu therapeutischen Zwecken. Die intensive, konzentrierte Arbeit mit ihrem Menschen gibt ängstlichen Hunden wieder mehr Selbstvertrauen und hilft ihnen so ihre Ängste zu überwinden.

Longieren ist in unserer Hundeschule zu einem wichtigen Bestandteil des Trainings geworden. Die begeisterten Rückmeldungen unserer Kursteilnehmer, ihre Hunde seien dadurch im Alltag wesentlich aufmerksamer geworden und reagierten auf die kleinsten Sichtsignale, bestärken und immer wieder darin, dass dieses Training etwas Besonderes ist.

  

*Hunde longieren – Am großen Kreis zur hohen Bindung*

Von Dagmar Cutka, Cadmos Verlag, Brunsbek, 2009

 

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