Longieren

 

         
   

 

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Das Longieren lernte ich durch Zufall kennen. Gitta und ich waren im Sommer 2009 auf einem Obedience Seminar, dort war auf einem Nebenplatz ein großer Kreis mit Flatterband abgesteckt und einige Hundeführer ließen dort ihre Hunde um das abgesteckte Band im Kreis herumlaufen. Wir sahen uns das an und fragten uns allen ernstes, ob die wohl noch *ganz richtig im Kopf* seien... Im Grunde war uns schon klar, dass das einen tieferen Sinn hatte, denn so *mir nichts dir nichts*, lässt niemand seinen Hund einfach so im Kreis herum laufen. Da wir nicht nur neugierig sind, sondern auch immer alles wissen wollen, haben wir einfach mal gefragt, was sie dort denn machen und wofür das gut sein soll. „Wir longieren unsere Hunde, damit soll die Bindung zwischen Mensch und Hund gefördert werden.“ Da mir die im Kreis laufenden Hunde nicht mehr aus dem Kopf gingen, googelte ich mich anschließend zu Hause durchs Internet, auf der Suche nach Infos rund um das Thema *Longieren mit Hunden*. Besonders spannend und faszinierend fand ich die Tatsache, dass es möglich sein sollte, über die Distanz eine engere Bindung zwischen Mensch und Hund zu schaffen.

 

Longierkreis

 

Ich kaufte mir das Buch *Hunde longieren - Am großen Kreis zur hohen Bindung* von Dagmar Cutka, dort stand u.a.:

(…)Longieren steigert die Aufmerksamkeit und Konzentration des Hundes auf seinen Menschen, fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund und dient zugleich der geistigen und körperlichen Auslastung des Vierbeiners. Das gleichmäßige Traben im Kreis sorgt für Stressabbau und entspannt die Muskulatur.(…)

Diese Worte und die Tatsache, dass man außer einem Flatterband, ein paar Zeltheringen und einer Schleppleine nichts weiter dafür brauchte, ließen mich ernsthaft darüber nachdenken, mit CASPAR das Longieren zu versuchen. Er schenkt mir auf unseren alltäglichen Spaziergängen keinerlei Aufmerksamkeit, sondern lässt sich dabei gerne von allerlei Bewegungsreizen ablenken, vielleicht ließe sich mit dem Longieren an diesem Problem arbeiten, denn schließlich soll das Longieren ja auch die Aufmerksamkeit auf den Menschen fördern.  

Dies - und eine Wiese - ist alles was man zum longieren braucht!

So fingen Gitta und ich im Herbst 2009 an, unsere Hunde zu longieren. Ich bin immer noch baff erstaunt, wie schnell CASPAR akzeptierte hatte, dass das Kreisinnere für ihn tabu ist. Nach einigen wenigen Longiereinheiten konnte  ich bereits in der Kreismitte stehend, CASPAR ohne Leine um den Kreis longieren. Er reagiert auf die kleinste Körperbewegung meinerseits. Drehe ich ihm die Körperfront zu, stoppt er sofort und wartet auf mein nächstes Sichtzeichen, um sich entsprechend der angezeigten Richtung wieder in Bewegung zu setzen. So wurde in jedem Basis- und Obediencetraining auch der Longierkreis aufgebaut und zu jeder unserer Trainingseinheiten gehörte ab sofort auch immer eine Einheit *Longieren*. Vor allem im Obediencetraining fiel mir auf, dass CASPAR wesentlich aufmerksamer geworden ist und sehr genau auf mich achtet, was wiederum eine große Herausforderung für mich bedeutet, denn ich muss nun ganz klar und deutlich in meiner Körpersprache sein, was mir nicht immer leicht fällt. Manchmal handle ich, ohne nachzudenken oder mir überhaupt der Tatsache bewusst zu sein, bereits mit CASPAR zu kommunizieren, dadurch kommt es zwischen uns das ein oder andere Mal zu unnötigen Missverständnissen – um dieses zu vermeiden, muss ich einfach noch mehr an mir arbeiten…

 

CASPAR wird longiert

Auf unseren Spaziergängen kann ich noch keine große Veränderung feststellen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich über den Winter'09/10 mit CASPAR gar nichts trainiert habe, sondern uns beiden eine Trainingspause gegönnt habe – was uns bei diesem langen und harten Winter nicht sehr schwer fiel, außerdem ist CASPARs Verhaltensweise auf unseren *Gassirunden* sehr extrem, Rolf C. Franck nannte es einen *Orgasmus ähnlichen* Zustand, in dem sich Caspar dann befindet. Mit Rolfs Trainingshilfe, dem *Gentle Leader (GL)*, hat sich CASPARs Spaziergehverhalten deutlich verändert, er ist jetzt ansprechbar, dies war vor dem Training mit dem GL nicht der Fall. Mit dem Longieren erhoffe ich mir einfach ein wenig mehr Möglichkeiten, um CASPAR aus dieser extremen Stresssituation herauszuhelfen. Da der Frühling sich nun doch noch entschlossen hat, uns auch in diesem Jahr (2010) mit seiner Anwesenheit zu erfreuen, werde ich wieder intensiv mit dem Longieren beginnen. Die ersten kleinen Einheiten haben wir bereits absolviert und es hat mich erstaunt, dass CASPAR nichts vergessen hat und so werden wir sehen, was wir mit dem Longieren noch erreichen können.

Grundsätzlich ist es eine sehr interessante, abwechslungsreiche und spannende Alternative zum *normalen* Training und einen Versuch auf jeden Fall wert! Ich habe es nicht bereut, mich darauf eingelassen zu haben und werde die Möglichkeiten des Longierens auch in Zukunft für uns nutzen!!

 

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