Cathys Tagebuch

 

         
   

 

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Wie wir zum Berger des Pyrénées kamen

(Ein etwas anderes Tagebuch)

 Petra und ich, wir haben jeder einen Hund, na gut, Petra hat gleich Drei, 2 Deutsche Schäferhündinnen und einen  kleinen Mischlingsrüden, und ich habe einen  gelben Labrador Retrieverrüden. Aber wir wollten immer zusammen einen  Hund haben. Einen der uns beiden gefiel, Einen der etwas ganz Besonderes war! Im April 1998 kaufte ich die Hunde Revue - da war er - gleich auf dem Titelblatt! Als ich ihn dort sah, da wußte ich - der ist es!!! Nachdem ich das Rasseportrait gelesen hatte, war ich mir ganz sicher. Nun mußte ich nur noch Petra  überzeugen. Das war wirklich nicht schwer.

Am 03.05.1998 fuhren wir dann zur VDH – Europasieger  - Zuchtschau nach Dortmund, um uns den Kleinen in „natura“ anzusehen. Von dem Moment an, wo wir ihn zum erstenmal  „live“ sahen, war es erst recht um uns geschehen. Wir hatten ihn gefunden, unseren gemeinsamen Hund, den Berger des Pyrénées. Nun hieß es Informationen zu sammeln. Diese bekamen wir von vielen Bergerbesitzern und natürlich vom Info – Stand des CBP. Am 04.10.1998 waren wir in Kassel und am 16.10.1998 wieder in Dortmund, und überall mußten die Damen und Herren am Info – Stand uns ertragen! Na ja – wenn wir uns erst einmal  „festgebissen“ haben, lassen wir so schnell nicht wieder los. Doch nie haben sie uns gezeigt, daß wir ihnen auf die Nerven gingen o. ä. (wir sind ihnen bestimmt manchmal ganz schön lästig gewesen). Dafür möchten  wir   „Danke“  sagen!!!!!!

In Kassel trafen wir zum erstenmal Frau Stövesand. In Dortmund, am 16. Oktober 1998, sahen wir sie wieder. Dort gab sie uns ihre Telefonnummer. Sie machte uns ein sehr „leichtsinniges“ Angebot. Wenn wir Fragen hätten, könnten wir uns  jederzeit an sie oder ihren Mann wenden. Sie würden uns gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Tatsächlich ein sehr leichtsinniges Angebot, denn wie bereits erwähnt  - haben  wir uns erst einmal festgebissen... Wir machten natürlich Gebrauch von diesem Angebot – gleich mehrmals, keine Frage. Erst recht, nachdem Frau Stövesand uns erzählte, dass ihre Hündin, Ximene du Pas du Loup gen. Paula, im Dezember/Januar belegt werden sollte. Ende Januar, bei einem dieser vielen Gespräche, hörten wir, dass Stövesands mit Paula zum Decken waren und alles sehr erfolgversprechend „gelaufen“ war.

Nun wollten wir uns Paula auch einmal ansehen, schließlich hatten wir sie ja zur Mutter unseres Welpen erkoren. Am 06.02.1999 machten wir uns auf den Weg nach Bönen. Um 14.30 Uhr fuhren wir, nach einer perfekten Wegbeschreibung, in der Friedenstraße 13 vor. Dort trafen wir auf drei wunderschöne Bergers und natürlich auch auf  Stövesands. Die Begrüßung durch die Hunde war doch sehr unterschiedlich und auch sehr interessant. Ich möchte nicht wissen was die Drei gedacht haben. Vielleicht: 

Mieke:

Hey, Klasse, dass ihr da seid! Könnt ihr mich ja gleich mal ordentlich streicheln! Bitte nicht aufhören, oh nein, bloß nicht aufhören zu streicheln. Ich liebe es doch so sehr!!!!!!!

Paula:

Na ja gut, da ihr ja schon mal da seid, könnt ihr mich auch ruhig mal streicheln, aber wir wollen es ja nicht übertreiben!  Und auch sonst haltet mich bitte aus allem raus, tue ich ja schließlich auch! 

Bourdon des deux Compagnons, gen. Bourdel:          

He! Ihr seid mir ja welche, kommt hier einfach rein, setzt euch aufs  Sofa und meine Herrschaften finden das auch noch in Ordnung – obwohl ich doch klar und deutlich meine Meinung gesagt habe!  Na gut – ihr werdet schon sehen, was ihr davon haben werdet! Erstmal nehme ich die Tasche unter die Lupe – wer weiß was ich da alles finden werde! ?? Lecker, ganz viele Lecker – ich rieche es genau, aber in einer Dose mit Deckel!!!!!

Schämt ihr euch denn gar nicht?! Also, wenn ich etwas zu sagen hätte, könntet ihr ruhig wieder gehen –aber die Lecker bleiben hier! Aber mich fragt mal wieder keiner!!!

  

Miekes Aufforderung nach Streicheleinheiten kamen wir gerne und ausgiebig nach. Paulas „haltet mich aus allem raus“, ging natürlich nicht. Schließlich sollte sie ja unseren Welpen auf  die Welt bringen. Bei Bourdel ist es glaube ich ganz gut, dass wir nicht wissen werden, was sie wirklich gedacht hat. Nach einem sehr interessanten Nachmittag waren wir gegen 18.00 Uhr wieder auf dem Weg nach Melle, mit sehr viel Gesprächsstoff für die nächsten Tage und Wochen. Jetzt konnten wir nur hoffen, dass Paula wirklich tragend war, die Welpen gesund auf die Welt kommen würden, und  eine kleine Hündin dabei war. Mitte März würden wir es wissen!    

 

(08.03.1999)

Mitte März ist noch sooooooooo lange hin!!

Wie sollen wir das nur überstehen, auch Daniel und Dennis sind schon ganz aufgeregt, besonders nachdem sie die Fotos von Paula und Finn (Eliott vom Geiselberg) gesehen haben. Damit uns die Zeit nicht zu lang wird, sind wir jetzt auf Namenssuche für unsere kleine Hündin. Und das ist gar nicht so einfach; der nächste Wurf im Zwinger „des deux Compagnons“ wird ein C- Wurf sein. Da Frau Stövesand bei französischen Namen bleiben möchte, ist es für uns eigentlich uninteressant, ob wir einen Namen mit C nehmen oder nicht, denn wir können von Daniel (8 Jahre) und Dennis (4 Jahre) nicht erwarten, dass sie Namen aussprechen können, bei denen wir Erwachsenen schon Schwierigkeiten bei der Aussprache haben! Also sind wir von Charly, eindeutig nicht französisch, weg und auf der Suche nach einem anderen schönen Namen. Unser Favorit wechselt fast täglich, mal ist es Lily, Emily, Happy o.ä. Im Moment sind wir bei Stine. Wohlgemerkt Stineeee und nicht Stinäääää, wie Angelika sagt (wir werden sie noch schriftlich auffordern diese Aussprache zu unterlassen). Petra sagt“: Dabei bleibt’s“. Wir werden sehen, denn bis wir unseren Hund abholen können, sind es noch etwa 9 Wochen. Wie heißt es so schön  „ Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein herunter“. 

Petra fragt fast täglich: „Habe ich dir schon gesagt, es sind nur noch 2 Wochen, dann ist es soweit“ oder z.B. „nächste Woche ist es soweit!“ Meine Antwort ist fast immer“: Nein, heute hast du es mir noch nicht gesagt!“. Und fragt sie mich mal nicht, erinnere ich sie doch ganz schnell daran, denn dann fehlt irgendetwas in meinem Tagesablauf. Was mache ich bloß, wenn unser Welpie endlich da ist, und noch schlimmer, wenn er bei Petra ist: Dann muss ich mir ganz schnell etwas Neues ausdenken, denn ich werde es vermissen dieses „Habe ich dir heute schon gesagt. ? !“ Jetzt warten wir darauf, dass Stövesands anrufen und uns die „Frohe Botschaft“ überbringen, dass die Welpies da sind und eine Hündin dabei ist, denn wenn nicht, sind wir aufgeschmissen!!!!!

 

(19.03.1999)

Es ist Freitag der 19.03.1999. Wir sitzen in Petras Küche (wie eigentlich jeden Freitag, solange keine Erziehungskurse stattfinden) und überlegen, ob wir bei Stövesands anrufen sollen oder nicht, denn es ist immerhin schon der 66 Tag und wir haben immer noch nichts gehört. Ca. 16.30 Uhr klingelt das Telefon und ich höre Petras: „Guten Tag Frau Stövesand, wir haben gerade von Ihnen gesprochen!“ („Wenn man vom Teufel spricht...“).  Dann höre ich gar nichts mehr. Ich warte und denke: „Endlich!“ Nach kurzer Zeit kommt Petra wieder in die Küche und telefoniert immer noch mit Frau Stövesand. Nebenbei versucht sie mir durch Zeichen mitzuteilen, was „Sache“ ist. Ich hoffe eigentlich nur, dass ich ihre etwas merkwürdigen Zeichen falsch verstanden habe. Doch je länger ich diesem Gespräch folge, wird mir leider immer klarer, dass ich Petras Erklärungsversuche wohl doch richtig  interpretiert habe! Nachdem Petra das Gespräch beendet hat, bestätigt sie meine schlimmsten Befürchtungen. Ich hatte immer noch gehofft, es nicht richtig verstanden zu haben. Paula hatte an diesem Freitagmorgen 2 Welpen zur Welt gebracht. Eine Hündin und einen Rüden. Ich denke: „Schön, eine Hündin reicht uns doch!“. Mir ist irgendwie klar, dass da noch ein Haken sein muss, und richtig! Die Hündin ist bereits vergeben!!  „Das darf doch wohl nicht wahr sein“ sage ich, aber Petra sagt leider nicht z.B. „Ätschi, Bätschi, wollte dich nur ein bisschen auf den Arm nehmen!“ o.ä. Nach dieser Botschaft war uns irgendwie nicht zum Lachen zumute, eher nach weinen! Gut, dass uns keiner gesehen hat!!! Jetzt hieß es „Was nun?“. Wir haben Frau Müller angerufen und nachgefragt ob noch irgendwo Welpen sind. Sie gab uns die Telefonnummer der Familie Schnatz in Hofheim/Frankfurt. Frankfurt, das ist ja gleich um die Ecke!! 

Bei Familie Schnatz wurden Welpen  um den 22. /23.03. erwartet, und zwar aus einer Halbschwester  zu Paula. Petra hat gleich angerufen. Frau Schnatz war nicht da, aber sie würde sich melden, versprach man uns. Sie rief dann zurück und dabei kam dann folgendes heraus:

Es war ein Ultraschall gemacht worden. Die Hündin erwartete 5 Welpen. 3 Hündinnen waren bereits fest vergeben. So ein Mist! Das in einem Wurf 4 Hündinnen sind, tja das ist reine Glücksache. Wir werden sofort benachrichtigt, sobald die Welpen da sind, egal wie das Ergebnis ausfällt.

Also heißt es wieder einmal warten, aber darin haben wir ja schon Übung! Vielleicht haben wir ja Glück!!!!! Wer weiß...  und sonst müssen wir eben bis zum Herbst warten (schon wieder dieses Wort). Wir geben die Hoffnung einfach nicht auf! Und  der 22. /23.03. ist ja schon am Montag/Dienstag. Wir werden ganz bestimmt unseren Berger des Pyrénées bekommen. Wenn nicht jetzt, dann eben später! Aber kriegen werden wir ihn – das ist so sicher wie das „Amen“ in der Kirche!

 

(23.03.1999)

Es ist Dienstag der 23.03.1999. Ich habe Spätschicht in Bünde (Westf.). Gegen 13.00 Uhr klingelt das Telefon. Es ist Petra! Ich denke erst einmal gar nichts, denn ich muss meine Züge „fahren“, na ja, auf jeden Fall muss ich dafür sorgen, dass sie fahren können, das ist nun mal mein „Job“. Nebenbei fragt Petra, ob sie mir denn jetzt mal etwas erzählen dürfte! ? Ja gut, wenn’s  denn sein muss. Es muss schon etwas Wichtiges sein, denn sonst würde sie mich ja nicht auf der Arbeit anrufen. Es ist wichtig, und zwar sehr wichtig!

Frau Schnatz hatte morgens auf Petras Anrufbeantworter gesprochen. Die Welpen sind da – und es sind tatsächlich 4 Hündinnen in dem Wurf!! Ich habe erst einmal  nachgefragt, ob ich das auch richtig verstanden habe, oder ob sie mich auf den Arm nehmen will. „Nein!“ sagt sie, sie habe schon mit Hofheim telefoniert und es ist wirklich wahr! Ich kann’s einfach nicht glauben, das ist für uns wie ein 6er im Lotto! Also kommen wir doch noch im Mai zu unserem Welpie – Hurra!!!! Gut, dass ich nachmittags auf „meinem“ Stellwerk alleine bin, denn wenn einer gesehen hätte, was ich für Freudensprünge gemacht habe, der hätte mich ganz bestimmt für verrückt erklärt. Und da hätte ich dann wahrscheinlich noch Glück gehabt! Mitte April fahren wir  nach Frankfurt. Dann sind die Welpen ca. 3 Wochen alt und wir werden sie uns ansehen. Wir hoffen, dass sich die kleinen „Damen“ und natürlich der eine „Herr“ (der arme Kleine, ganz „Allein unter Frauen“) sich prächtig gemacht haben. Bei dem Glück, das wir bis jetzt hatten, hoffen wir einfach, dass es noch weiter anhält und nicht doch noch etwas passiert. Denn dann sind wir aufgeschmissen...

 

(30.04.1999)

Am Mittwoch, den  14.04.1999, war es dann endlich soweit. Wir waren auf dem Weg nach Hofheim. Um ca. 7.30 Uhr saßen wir geschniegelt und gestriegelt im Auto. Daniel und Dennis, ausgerüstet mit Walkman und anderen diversen Spielsachen (um die etwa 4 Std. Fahrt zu überstehen), waren auch mit. Wir waren noch nicht weit gekommen, da kam schon das erste „Ich habe Hunger!“ von hinten. Gott sei Dank waren wir auf fast alle Eventualitäten vorbereitet!!! Wir kamen auch recht zügig voran – na ja, bis Lüdenscheid, dann war es erst einmal vorbei mit dem zügigen Vorankommen. Und dies lag am Schnee!! Es schneite ziemlich stark!! Papa würde jetzt wieder sagen: „Er fällt, geschnitten ist er ja schon“ (dass er aber auch immer so kleinlich sein muss). Nun gut – die Flocken fielen ziemlich dicht und machten ein zügiges Weiterkommen einfach unmöglich. Auf den nächsten ca. 30 km schlichen wir mit Schrittgeschwindigkeit so über die Autobahn dahin. Auf der Gegenfahrbahn war der Verkehr mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Nach den bereits erwähnten  30 km war es mit dem Schnee dann endlich vorbei, und wir konnten unsere Fahrt „Frohen Mutes“ fortsetzen.  

Gegen 13.00 Uhr fuhren wir in der Schloßstraße vor, und wurden von Frau Schnatz und Nanny (Barcarole du Pas du Loup) aufs freundlichste begrüßt. Wir verbrachten die nächsten Stunden mit den Welpen – derentwegen hatten wir die lange Fahrt ja überhaupt erst gemacht. Während Frau Schnatz, Petra und ich uns unterhielten, Kaffee tranken o.ä. machten, hatten Daniel und Dennis sich mit den 3 Katzen und der Berner Sennen Hündin angefreundet, oder sie verbrachten ihre Zeit in der Wurfkiste bei den Welpen. Wohlgemerkt in der Wurfkiste – und Nanny ließ sie gewähren, sie behielt ihre Babys im Auge, aber dies war auch schon alles. Ich war von diesem Verhalten doch sehr beeindruckt. Dennis hätte „unsere“ Kleine am liebsten gleich mitgenommen, was auf Grund der Tatsache, dass die Welpen erst 3 Wochen alt waren, unter anderem daran scheiterte, dass noch gar nicht feststand, welche von den Vieren denn „unsere“ werden würde. Gegen 15.45 Uhr machten wir uns auf den Rückweg (schließlich hatten wir ja noch einen weiten Weg vor uns). Mit vielen schönen Eindrücken kamen wir dann gegen etwa 20.00 Uhr wieder in Melle an. Es ist schade, dass Hofheim so weit weg ist, sonst würden wir bestimmt öfter hinfahren. Aber für Frau Schnatz ist es wahrscheinlich besser so, denn sonst würde sie uns gar nicht mehr los werden. Am 21.05.1999 werden Petra und ich wieder nach Hofheim fahren, um unseren Welpen abzuholen. 

 

(05.06.00)

Wie man sieht, ist bereits mehr als ein Jahr vergangen, seit ich meine letzten Zeilen geschrieben habe  (es war am 30.04.1999) . Irgendwie habe ich nie den richtigen „Dreh“ gekriegt um diese Geschichte fortzusetzen. Und dies, obwohl in dem einem Jahr eine ganze Menge passiert ist. Ich habe es mehrmals versucht, aber es ist nichts Gescheites dabei herausgekommen. Da habe ich es doch lieber gelassen und darauf gewartet, dass die „Muse“ mich küsst. Es hat etwas länger gedauert als gedacht – aber besser spät als nie. Ich werde versuchen, dort fortzufahren, wo ich am 30.04.1999 aufgehört habe. Ich hoffe es wird mir gelingen.

Am 21.05.1999 sind Petra und ich nach Hofheim zu Schnatzens (ab jetzt Tina und Klaus genannt) gefahren. Da von vorne herein feststand, dass unser Berger bei Petra „wohnen“ würde, war es für sie ganz besonders aufregend. In der Schloßstraße angekommen ging es natürlich zuerst zu den Welpen – wohin auch sonst – schließlich waren inzwischen fast 5 Wochen seit unserem letzten Besuch vergangen.  Wie habe ich es als Kind gehasst, wenn Bekannte oder Verwandte kamen und „Bist Du groß geworden“ sagten. Ich hätte sie umbringen können. „Mensch, sind die groß geworden“ war das erste was ich gesagt habe, als ich die Welpen wieder sah. Gut, das Hunde nicht reden können, denn die 5 Zwerge hätten bestimmt genauso reagiert wie ich damals als Kind. Ich hätte es ihnen nicht übel nehmen können. Am Nachmittag kamen Frau Großpietsch und Frau Stövesand zur Wurfabnahme. Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir mit unserer Hündin auch züchten wollten. Nun mussten wir uns ganz auf die Erfahrung und  das Wissen der beiden verlassen und darauf vertrauen, dass sie uns die „Richtige“ aussuchten. Am späten Abend wussten wir dann endlich, welche Hündin uns am nächsten Tag nach Melle begleiten würde. Es war in etwa so wie bei der „Oskarverleihung“ in L. A. Man ist nominiert für z.B. die beste Hauptrolle, dann heißt es: “The Oskar goes to...“  und es gewinnt jemand anderes den begehrten Preis.

Unser „Oskar“ hieß Anemone!

Anemone! - die hatten wir absolut nicht auf der Rechnung gehabt.  Als wir im April bei Tina waren, hatte man  von Anemone nicht viel gesehen. Sie verschlief unseren Besuch total – mit dem Kopf im Fressnapf. Eine Schlafmütze wollten wir nun wirklich nicht haben (Wir sollten bald eines besseren belehrt werden – von wegen Schlafmütze!). Eine Freundin sagte später: „Die hat ganz genau gewusst, dass sie den Rest ihres Lebens bei Euch verbringen soll, also warum sollte sie sich an jenem Tag mit euch beschäftigen. Dafür hat sie ja noch die nächsten Jahre genügend Zeit!“ Anemone sollte es nun sein. Man hatte uns den „Schock“ förmlich angesehen. Petras Gesicht sprach Bände. Gut, dass ich mein Gesicht nicht sehen konnte, denn ich hatte bestimmt genauso dumm aus der „Wäsche“ geguckt. Die Begründung für diese Entscheidung war ganz simple. Sie war die Hündin mit den besten Voraussetzungen  zur Zucht. Petra hatte den Fehler gemacht, und sich in eine bestimmte Hündin verguckt. Bei diesem Welpen fehlten vorne 2 Zähne. Man konnte nicht mit Gewissheit sagen, ob diese Zähne im Erwachsenengebiß  durchkommen würden, oder eben nicht. Es könnte unter Umständen Zucht ausschließend sein. Diese nützte uns herzlich wenig, es sei denn, wir wollten auf das Züchten verzichten. Aber das konnte und sollte es nun auch nicht sein. Tina holte uns unsere Anemone herein, und wir konnten uns an dem Abend schon mal ein wenig miteinander anfreunden. Es war bereits weit nach Mitternacht, als wir nach diesem ereignisreichen Tag in unser Hotel zurückkehrten. .

Petra hatte fast die ganze Nacht wach gelegen, und nach einem geeigneten Namen für unser Hundekind gesucht. Für die 3 anderen Hündinnen hatten wir bereits Namen ausgesucht – für jede einzelne einen anderen Namen. Sie waren ja schließlich kleine eigenständige Persönlichkeiten, und jede von ihnen verdiente ihren eigenen Namen. Ich weiß noch heute, fast anderthalb Jahre später, wie welche hätte heißen sollen. Es half uns in diesem Fall aber nicht weiter, denn wie bereits erwähnt, stand Anemone niemals zur Debatte. Darum hatte die kleine Maus auch noch keinen eigenen Namen. Dies musste natürlich schnellstens geändert werden. Petra traf die Entscheidung, allerdings musste ich vorher mein Einverständnis geben, darauf  bestand sie hartnäckig. Das komische an der Sache; es war der Name, den wir am Anfang unserer Namensuche ganz oben auf der Liste hatten. Eigentlich lief es so; ich suchte die Namen aus, und Petra gab ihr O.K. -  oder eben nicht. Wir hatten stillschweigend ein Abkommen getroffen, ich war für die Namen und den ganzen „Schreibkram“ zuständig (Herr Kopernik wird’s mit Grausen bestätigen können), und Petra war für die anderen Sachen zuständig z.B. Telefonate u.ä. Diese Regelung hat sich bis heute sehr gut bewährt. Nun wieder zurück zur Sache, man möge mir die  Ausschweifungen verzeihen. Die Entscheidung war also gefallen! Cathy sollte unser Nachwuchs heißen. Nun hatte das Hundekind endlich seinen eigenen Namen. Sie hatte auch lange genug darauf warten müssen. 

Wenn jemand denkt, die Geschichte ist nun zu Ende, der irrt sich gewaltig!

Samstagmorgen fuhren wir zum Frühstück zu Tina. Kaum zur Haustür rein, lief er uns schon entgegen – unser Berger. Tina hatte sie schon recht früh zu sich ins Haus geholt. Ich glaube, es war ihre Art Abschied zu nehmen, von ihrer Anemone bzw. unserer Cathy. Wir saßen am Frühstückstisch und hatten den Welpenbeschreibungsbogen vor uns, da sprangen sie mir förmlich ins Auge, die 3 Worte: Tendenz Face Rase. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. FaceRase – das war nun wirklich das letzte was wir wollten. Tina versucht uns zu beruhigen. Es hieß ja nicht, dass sie ein FaceRase werden würde, aber die Möglichkeit bestände nun mal. Am Fang wären halt nicht ganz so viel Haare wie bei den anderen Welpen, und überhaupt...  „Na Klasse!“ Wenn wir einen FaceRase gewollt hätten, dann hätten wir uns um einen FaceRase Welpen bemüht. Wir haben dieses Thema erst mal verdrängt. Damit konnten wir uns immer noch auseinandersetzen, aber eigentlich hatten wir das überhaupt nicht vor. Meistens kommt es anders als man denkt!

Gegen 11.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück ins Osnabrücker Land. Eine großartige Verabschiedung vermieden wir, so gut es ging. Tina hatte die Tränen schon in den Augen, und wir hätten aus Sympathie womöglich noch mitgeweint. Das lag nun wirklich nicht in unserem Sinne. Cathy tat so, als ob sie in ihrem jungen Leben nichts anderes getan hätte, als Auto zu fahren. Erst ein wenig aus dem Fenster geschaut – ist das auch der richtige Weg!? – dann auf Petras Schoß eingerollt und geschlafen. Wenn es ihr irgendwie möglich gewesen wäre, hätte sie noch das „Bitte nicht stören“ Schild an die Tür gehängt. Wir waren regelrecht geplättet. Mit allem hatten wir gerechnet, aber nicht damit. Bei Petra angekommen, ging unsere Maus auf Entdeckungsreise. Sie ließ sich dabei durch nichts aus der Ruhe bringen, und nahm alles genau unter die Lupe. Petra sandte in der Zwischenzeit die Nachricht über unsere geglückte Heimkehr nach Hofheim (für Telefonate war sie zuständig). Am Sonntagabend kamen Daniel und Dennis wieder nach Hause. Zwischen den 3en war es Liebe auf den ersten Blick. 

Nun müsste eigentlich Petra weitererzählen, denn sie war diejenige die ihre Zeit mit Cathy verbrachte. Wie bereits erwähnt; „Schreibkram“ war nun mal meine Sache!!

 

(07.06.00)

Cathy war und ist eine recht problemlose Hündin. Petra hatte sie sehr schnell stubenrein (der Flybox sei Dank) bekommen. Hier kann ich nicht „wir“ sagen, denn es war Petra, die nachts oder frühmorgens mit unserem Hundekind den Garten aufsuchte. In diesen ersten Tagen zeigte sich bereits, dass wir alles andere als eine Schlafmütze hatten. Sie lernte sehr schnell, dass sie morgens, wenn Petra arbeitete, alleine bleiben musste. Sie hatte damit überhaupt keine Probleme. Nutzte sie doch diese Stunden dazu, ordentlich auszuschlafen. Wenn Petra und die Kinder mittags wieder zu Hause waren, ja dann legte unsere „Schlafmütze“ so richtig los. Ich war recht oft bei Petra oder, wenn ich keine Zeit hatte, telefonierten wir miteinander. Wenn Petra dann sagte: „Soll ich dir mal erzählen was dein Hund heute so gemacht hat?“ habe ich dankend abgelehnt, denn immer wenn Cathy etwas angestellt hatte, war es plötzlich mein Hund. Sagte sie aber: „Soll ich dir erzählen, was mein Hund gerade macht?“ konnte ich davon ausgehen, dass es etwas Erfreuliches oder durchaus Angenehmes war.  

 

Am 12./13.06.1999 fuhren wir zur Clubschau nach Kevelaer. Cathy war gut 12 Wochen alt. Wie das so ist, wenn man einen Welpen am „Band“ hat, man steht irgendwie immer ungewollt im Mittelpunkt. Für einen, sagen wir mal, 5 Minuten Fußweg brauchte unser einer bald eine halbe Stunde, denn überall wurden wir aufgehalten. „Och ist die süß“, „Wie alt ist die denn?“, „Ist die niedlich, ach was ist die goldig!“ so ging es in einem fort. Wir hatten grundsätzlich nichts dagegen, waren wir doch stolz auf unsere Cathy.  „Ist das ein FaceRase?“   „Nein, auf gar keinen Fall!!“. „Ist das aber ein hübscher FaceRase, wir hätten so gerne einen gehabt!“ „Wir aber nicht!!“  Das waren natürlich Aussagen, die wir gar nicht hören wollten und auch mehr oder weniger ignorierten! Diese Rundgänge mit Unterbrechung  waren für Cathy ein nicht zu unterschätzender Lernprozess. Ich behaupte sogar, dass es mit der Wichtigste überhaupt war. Hatten wir doch auf vielen Schauen gesehen, wie mancher Richter, manchmal erst im allerletzten Moment, seine Finger vor diversen Hundezähnen in Sicherheit bringen musste. Das fanden wir nun gar nicht witzig. Kein Richter sollte in Zukunft Angst um seine Finger haben müssen, wenn Cathys Zähne in der Nähe waren.  So lernte sie in Kevelaer viele fremde Leute kennen, die sie streichelten, knuddelten oder sonstwie berührten. Sie lernte, dass es überhaupt nicht „weh“ tat, und durchaus angenehm war. Manchmal gab es auch eine Belohnung für gutes Benehmen (das Training wurde natürlich zu Hause fortgesetzt!). Nach diesem Wochenende hätten wir bei Thomas Gottschalk auftreten können. Cathy war anschließend durchaus in der Lage, etwa 10 verschiedene Rasierwasser am Geschmack zu erkennen. Wetten dass...?!

In Kevelaer sahen wir auch Tina wieder. Sie freute sich natürlich riesig ihre Anemone zu sehen – und uns auch!? Auch Cathy war glücklich, Tina und Nanny zu treffen. Wir hoffen mal, dass Cathy ihrer Mutter nur gutes über uns zu berichten hatte. Leider konnte Tina nicht sehr lange bleiben und musste bald wieder zurück nach Hofheim. Schade!! Wir hatten uns auf das gemeinsame Wochenende sehr gefreut. Aber manche Dinge lassen sich eben nicht voraussehen bzw. ändern.

 

(08.06.00)

Nun zu dem von uns so sehr verdrängten Thema „FaceRase“. Wie heißt es in der Info Broschüre des CBP:

„Es ist möglich, dass Face Rase – Welpen in Würfen sein können, die aus einer Langhaar x Langhaar – Paarung stammen (dieses Phänomen tritt sehr selten auf).“

Besagtes „tritt sehr selten auf“ hätte uns nun doch etwas beruhigen sollen! Wenn man allerdings gelesen hat, wie unsere Geschichte begann, durfte man sich eigentlich über gar nichts mehr wundern. Irgendwann blieb uns nichts anderes übrig, uns mit besagten Thema auseinander zu setzten. Aber eines nach dem anderen. 

Cathy wurde größer und größer. Jedes etwas längere Haar wurde mit einem Jubelschrei begrüßt. Wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß; dass der Unterschied zwischen einem MuseauNormal und einem FaceRase eben nicht nur in der Haarlänge besteht, wären die Jubelschreie bestimmt wesentlicher leiser ausgefallen. Einen FaceRase – wir wollten ihn nicht! Cathy hergeben? - das wollten wir nun ganz bestimmt nicht!! Sie hatte sich immer mehr in unserer Herz geschlichen! Ein Leben ohne Cathy, ob nun FaceRase oder nicht, es war einfach undenkbar!! 

Ausstellen wollten wir  unser Hundekind auch. Die erste Schau die wir mit ihr besuchten, war die Bundessieger – Zuchtschau am 17.10.99 in Dortmund. Wir hatten sie ganz frech in der Jüngstenklasse MuseauNormal gemeldet. Für uns hatte ja eh nie etwas anderes zur Debatte gestanden. Wir sollten gleich zu Anfang eines besseren belehrt werden. „Nun kann sie es wirklich nicht mehr leugnen, dass sie ein FaceRase ist!“ waren die Worte, mit denen Frau Großpietsch uns begrüßte.  Unsere Hoffnungen und Illusionen – sie zerplatzten wie eine riesige Seifenblase. Bestimmt haben die Umstehenden den großen Knall gehört!? Auch Herr Muthsam schickte Petra und Cathy mehr oder weniger sofort aus dem Ring. FaceRase – nun mussten wir uns dieser Tatsache also doch stellen – was blieb uns anderes übrig. Über die gute Bewertung die sie später erhielt, konnten wir uns dann schon wieder ein wenig freuen.  Am Nachmittag machten wir uns mit unserem FaceRase wieder auf den Heimweg. Tina war von Petra über den Stand der Dinge auf dem laufenden gehalten worden (Telefonate...).

Im November‘99 kamen Tina, Nanny und Wespe (West Highland White Terrier) uns in Melle besuchen. War das ein Hallo! Cathy freute sich „Mama Nanny“ und „Tante Wespe“ wieder zu sehen, und natürlich Tina. Wir freuten uns mit ihr, und verlebten ein paar schöne Tage – im Schnee! Wenn wir nun Cathy und Nanny nebeneinander stehen sahen, dann konnten auch wir sehen, dass unser Berger anders aussah. In Dortmund war es uns auch aufgefallen, aber man sieht halt immer nur das, was man sehen will! Als Tina wieder zu Hause war, kam der Hilferuf. Sie hatte ihre Jacke bei uns vergessen. Dies war für uns Anlass genug, uns ein paar Wochen später wieder einmal auf den Weg nach Hofheim zu machen. Tina hatte es auf die Schnelle geschafft, ein Welpentreffen zu organisieren. So sahen wir nach langer Zeit den Rest der „Knottenwäldchen – Bande“ wieder. Es war sehr interessant zu sehen, was aus Cathys Geschwistern geworden war. Aber wir kamen nicht in Versuchung unseren Berger umzutauschen, obwohl die anderen eindeutig „Langhaar“ waren. Unsere Cathy hergeben? Niemals!!

Im Februar’00 war Cathy zum ersten Mal läufig. Wie Chico, Petras 13 Jahre alter kleiner Mischlingsrüde, das überstand, ist mir bis heute ein Rätsel. Der Spruch „Je oller, je doller“ trifft anscheinend auch auf Vierbeiner zu.

Nun stand uns noch das HD – Röntgen ins Haus. An Cathys ersten Geburtstag waren wir unterwegs zur Tierklinik. Wir wollten es einfach wissen, denn damit stand und fiel ja unsere Zukunftsplanung. Wir hatten vorher mal kurz über Zwingernamen u.ä. nachgedacht, aber uns dann nicht weiter damit beschäftigt. War Cathys Hüfte nicht in Ordnung, hätten wir uns womöglich für nichts und wieder nichts Gedanken gemacht. Wir hatten etwas gelernt im letzten Jahr „Geduld ist eine Tugend...“. Es war soweit, das Röntgenbild lag vor.  Unser Tierarzt sagte nur: „Wenn alle Hunde so eine gesunde Hüfte hätten wie Cathy – na das wäre großartig!“ Wir schickten unsere Unterlagen so schnell wie möglich an Frau Müller, und warteten darauf, dass wir die Papiere mitsamt dem Ergebnis wieder zurück bekamen. Irgendwann war auch dieser Moment da: „HD – frei auf beiden Seiten“, stand da. Uns fiel ein riesengroßer Stein von der Brust. Jetzt konnten wir anfangen Pläne zu schmieden.                

Für den 05.05.00 hatten wir Cathy für die Europasieger – Zuchtschau in Dortmund gemeldet. In der Jugendklasse FaceRase. Ohne in Versuchung zu kommen, das Kreuz woanders zu machen. Ehrlich!! Ich schwöre es!! Außer Cathy waren tatsächlich noch 3 FaceRase Rüden gemeldet. Mögliche Väter für unsere künftigen Welpen?  Wir werde sehen. Sie bekam auch dieses Mal eine sehr gute Bewertungen, wurde Europajugendsiegerin, und das BOB machte sie auch. (Was auch immer das war?!) Beim anschließenden Buffet ging Cathy dann auf Erkundungstour - zum Leidwesen von Herrn Müller. „Bitte nehmen Sie ihren Hund an die Leine. Es zehrt an meinen Nerven, wenn ich das mit ansehen muss!“ O – Ton Herr Müller. Dies konnten und wollten wir natürlich nicht verantworten und leinten den Hund an. Herr Müller konnte in aller Ruhe das Buffet genießen. Inzwischen wissen sogar wir, was BOB heißt (es muss einem Dummen ja auch gesagt werden...).

Am 03.06.00 machten wir uns auf den Weg nach Oldendorf zur Clubschau. Cathy sollte linear beschrieben werden. Für die Schau am Sonntag war sie auch gemeldet. Wir holten unsere Unterlagen bei Frau Müller ab, und dann ging es los. Erst zu Herrn Schwesig zum „Vermessen“, anschließend zu Herrn Müller zur Beschreibung. Herr Müller bemerkte mit wohlwollendem Blick: „Ist das schön, ihren Hund angeleint zu sehen!!“. Gut, dass er nicht mitbekommen hatte, wie Cathy morgens besagtes „Fang mich doch“ – Spiel mit uns gespielt hatte. Ich war kurz auf dem „stillen Örtchen“ verschwunden, als ich zurückkam sah ich Petra mit Leine - ohne Hund - in der Tür stehen. „Warum hast du denn den Hund losgemacht?“ fragte ich sie entsetzt. „Ich habe sie nicht los gemacht, die Leine war wohl nicht richtig eingeklinkt. Ehe ich wusste wie mir geschah, war sie schon auf und davon!“ antwortete sie fassungslos. Na super! „Ich gehe mal eben zur Toilette. Du kannst ja schon mal versuchen, unseren Hund wieder einzufangen!“ sprachs, und verschwand durch die Tür. Herzlichen Dank!!  Was sollte ich jetzt bloß machen. Ich habe den Kasper gespielt, aber Cathy lachte sich eins ins Fäustchen, und schwupp war sie wieder weg. Die Lacher hatte ich mal wieder auf meiner Seite! Aber das kannte ich ja schon. Eine Schwachstelle hat unser Hund, und mit dieser besagten Schwachstelle, habe ich sie gekriegt. Futter ist das Zaubermittel. Ich besorgte mir ein Stück Brot, und plötzlich hatte ich einen Hund, der wunderbar vorsaß und nun darauf wartete, seinen Anteil abzubekommen. Gut das Mensch 2 Hände hat. Mit der Einen das Brot hingehalten, mit der Anderen das Halsband gefasst. Da tauchte Petra tatsächlich auch schon wieder auf. Sie hatte bestimmt hinter einem Baum gestanden, und sich dieses Schauspiel angeschaut. Nach dem Motto; ich gehöre da nicht zu. Wie war es sonst zu erklären, dass sie genau in dem Moment wieder auftauchte, als ich Cathy eingefangen hatte, und die Leine brauchte, die sie ja mitgenommen hatte?! Hätte Herr Müller das mitbekommen, wäre die lineare Beschreibung, und womöglich die Schau am nächsten Tag ins Wasser gefallen. Ob er sich bis zum Sonntag von diesem Schock wieder erholt hätte!? Wer weiß?! ( „Was er nicht weiß...“)

(09.06.00)

Nachdem Cathy wieder eingefangen und angeleint war, kontrollierten wir bestimmt 3 oder 4 Mal, ob der Karabiner diesmal richtig eingehakt war. Ich war einfach der Meinung, jetzt sei mal jemand anderes für mögliche „Schoweinlagen“ zuständig. Im Ring bekam Petra erst einmal ihr Fett weg . „Haben sie kein anderes Halsband?“  „Doch - aber nicht mit“.  Vor einiger Zeit hatten wir mal eine dieser Führleinen bestellt. Diese war aber so hart, das war schon nicht mehr schön. Cathys Haare verfingen sich ständig in dem Leder. Manchmal zog sich die Leine so zu, dass wir sie kaum wieder aufbekamen.  Nach solchen Aktionen hatten wir besagte Leine in die hinterste Ecke der Schublade verbannt. Nun gut – Halsband und Leine waren nicht richtig! So etwas lässt sich ändern – gab es da nicht noch das Clublädchen!? Bei der linearen Beschreibung wurde festgestellt und vermerkt, dass die Kruppe etwas schräger sein sollte, auch der Kopf dürfte etwas runder sein. Uns waren diese „Mängel“ natürlich nicht aufgefallen. Unsere Cathy war einfach perfekt!! Gar keine Frage! „Keiner ist perfekt, und es sind ja nur Kleinigkeiten!“ sagte Herr Müller. Er muss es ja wissen!! Danach machten wir uns auf den Weg zu Herrn Herzog, um das gewünschte Foto schießen zu lassen. Wir versuchten mit ihm eine „Gage“ auszuhandeln, denn schließlich bekommt Mann ja nicht jeden Tag so ein wahnsinn‘s Model vor die Linse. Irgendwie wollte er nicht so wie wir. Schade! Schade! Schade!

 

Wir holten unsere Papiere wieder ab, und machten uns auf den Weg zu einem verspäteten Mittagessen. Nebenbei bemerkte Petra plötzlich, sie hätte ja nun ihr Fett weg (Halsband...), außerdem habe sie’s am Bein (Hahaha) und überhaupt sei ich mal dran, Cathy im Ring zu führen. Mir blieben ja fast die Bissen im Halse stecken. Bis jetzt hatte es nie Diskussionen darum gegeben, wer Cathy führen würde. Petra hatte diese Aufgabe immer sehr gut erfüllt – schließlich war Cathy ja mit ihr Europajugendsieger geworden, und nicht mit mir. Ich hatte Cathy weder im Ring geführt, noch hatte ich mit ihr trainiert. All dies gab ich zu bedenken, stieß aber bedauerlicher Weise bei Petra irgendwie auf taube Ohren. Vielleicht hatte sie am nächsten Morgen vergessen, was sie da gesagt hatte. Man soll die Hoffnung ja nie aufgebe.

  

(21.06.00)

Auch beim Ringtraining schauten wir kurz rein, machten uns aber bald auf den Weg zum FaceRase -Segmenttreffen mit Herrn Müller. Es waren tatsächlich 10 oder 12 Leute anwesend. Es wurde über Wünsche und Vorstellungen hinsichtlich der Zucht gesprochen. Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder auf dem Weg in unser Hotel, und kehrten anschließend zum Clubabend zurück. Tina war in der Zwischenzeit von Petra auf dem laufenden (Telefonate...) gehalten worden. Der Clubabend war sehr nett. Gegen ca. 22.30 Uhr fielen wir „hundemüde“ in unser Bett.

Da ich sehr schlecht geschlafen hatte (dem Sonnenbrand sei Dank), stand ich am Sonntag etwas neben mir – wenn ich es mal so ausdrücken darf. Es war nicht allzu viel mit mir anzufangen. Leider hatte Petra nicht vergessen, dass ich ja nun an diesem Sonntag Cathy führen sollte. Irgendwann ist immer das erste Mal! Ich fügte mich in das Unvermeidliche, allerdings hatte ich ein recht mulmiges Gefühl in der Magengegend – zumal ich nicht ganz bei der Sache war! Aber auch dies ließ Petra nicht gelten. Wir besorgten uns noch eine Führleine und suchten uns dann zwei Plätze am Ring. Petra orderte einen Platz an der Sonne, wogegen ich doch lieber den Schatten bevorzugte (Sonnenbrand...). Dort am Ring sahen wir zum ersten Mal die „Konkurrenz“ – und mir wurde noch schlechter. Wenn das man alles gut ging. Wenn ich mit Cathy zu Hause das „Zähne zeigen“ übte, wollte es nie so recht klappen. Bei Petra sah das immer so einfach aus, aber bei mir!?  Dann sagte ich mir, dass es so kommen wird, wie es kommen soll. Die Ruhe selbst, war ich zwar immer noch nicht, doch ich sah dem ganzen etwas gelassener entgegen. Cathy und ich – wir zwei, wir würden das Kind schon schaukeln. Als ich nach einem Spaziergang übers Gelände wieder zurück kam, wir hatten das Laufen noch etwas geübt, drückte Petra mir einen Zettel in die Hand. „Du sollst Deine Meinung zur Clubschau aufschreiben“ „Wer sagt das?“ „Frau Schwesig. Ich habe ihr gesagt, dass du bei uns  für den  Schreibkram zuständig bist, und ich es an dich weitergeben werde“ und eh ich wusste wie mir geschah, hatte ich den Zettel mitsamt Stift in der Hand. Was Petra vergaß zu erwähnen war, dass dieser „Schreibkram“ für die PyPo bestimmt war. Damit rückte sie raus, nachdem ich den Zettel abgegeben hatte. Super!! Ich kann nicht einmal mehr sagen, was ich da von mir gegeben habe. Bestimmt bin ich wieder mitten ins Thema eingestiegen, und keiner weiß worum es geht! Ich kann nur meine Müdigkeit und Nervosität als Entschuldigung angeben. Unser Auftritt rückte immer näher, und endlich war es soweit. Es waren vier Hündinnen in der Jugendklasse gemeldet. Wir hatten Cathy bis jetzt zweimal ausgestellt, und jedes Mal war sie die einzige Hündin in ihrer Klasse. Darum war es für uns sehr interessant zu sehen, wie sie gegen die anderen 3 Hündinnen abschnitt. Und die „Konkurrenz“ war nicht zu unterschätzen. Cathy machte ihre Sache gut, sogar das Zähne zeigen klappte hundertprozentig, und ich konnte auf Herrn Schwesigs Frage: „Beißt sie?“ mit einem klaren und überzeugten „Nein“ antworten. Allerdings merkte ich vor allem im Ring, dass ich an diesem Tage wirklich nicht ganz wach war, denn Herr Schwesig musste mir fast alles zweimal sagen. Ich hörte ihm zwar zu, aber mit dem Verstehen haperte  es ein wenig. Sorry!! Die Überraschung war groß, als Cathy das V1 machte und Clubjugendsieger wurde. Damit hatte ich denn nun überhaupt nicht gerechnet. Für Petra war es selbstverständlich gewesen, dass Cathy auch dieses Mal ihr V1 bekommen würde. Nach dem Motto: „Wenn schon, denn schon...“ reichte ihr der Titel „Europajugendsieger“ nicht, der „Clubjugendsieger“ musste auch her. Wenn man es sich mal richtig überlegt, hat man nur 1 x die Chance diese beiden Titel zu gewinnen, und dadurch werden sie natürlich etwas ganz besonderes. Bei der nächsten Clubschau wird Cathy in der Offenen Klasse starten, und dann sind „die Karten neu gemischt“ (sollte Cathy Welpen haben, werden wir sie natürlich nicht melden!). „Schau‘ n mer mal!“ Es kann ein Problem werden, wenn man seinen Hund auf 3 Schauen meldet, und er auf jeder Schau entweder ein VV oder ein V1 bekommt Die Erwartungen und Ziele werden einfach zu „hoch“ gesteckt, und man verliert womöglich den Boden unter den Füßen. Wir werden versuchen auf dem Teppich zu bleiben. Sollte uns dies nicht gelingen, hat Cathy  bestimmt keine Probleme damit, uns auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. (Fang mich doch ... – ... wenn Du kannst!!) Tina war natürlich, dem Handy sei Dank, über Cathys hervorragendes Abschneiden informiert, und freute sich mit uns – keine Frage!

 

(30.06.00)

Was ist sonst noch so passiert im letzten Jahr!? Im Mai’99, kurz bevor wir Cathy holten, ist Truxi, Petras alte Deutsche Schäferhündin, fast 11jährig  völlig unerwartet verstorben. Petra, Dennis und vor allem Daniel hatte es ganz schön mitgenommen. Auch an mir ging das Ganze nicht spurlos vorbei. Sogar Dolf, mein Labradorrüde, hat um „seine“ Truxi getrauert. Mit ihm war mehrere Tage lang nichts anzufangen. Er lag in Truxis Zwinger, und rührte sich nicht vom Fleck. Den ganzen Nachmittag blieb er auf ein und derselben Stelle liegen. Ich hätte nie gedacht, dass auch Hunde so sehr trauern können, jetzt weiß ich es besser. Daniel geht manchmal ins Wohnzimmer, holt sich das Album mit den Fotos von Truxi, und sieht es sich an. Wenn man ihn fragt, was er dort gemacht hat, ist seine Antwort: „Ich habe um Truxi getrauert“.  

Da Petra einfach die Zeit für 2 Kinder, 2 Jobs und 3 Hunde fehlt, hat sie im Februar‘00 schweren Herzens Elvie, ihre 3jährige Deutsche Schäferhündin, verkauft. Der Tag hat auch für Petra nur 24 Stunden!! Jetzt hat sie 2 Kinder, 2 Jobs und 2 Hunde, Cathy und den kleinen Chico. Mit seinen 13 Jahren ist Chico recht dankbar, wenn er einfach in seinem Körbchen liegen kann und man ihn in Ruhe lässt. Bekommt er ab und zu ein paar Streicheleinheiten ist er glücklich und zufrieden. Er hat es sehr gut verkraftet, dass da so eine kleine „Kröte“ ins Haus gekommen ist und hat es, ohne zu murren und zu knurren, akzeptiert. Heute ist es seine Cathy, und wehe dem, der das zu bezweifeln wagt.

 

Resümee:

Wir haben gut ein Jahr auf unseren Berger des Pyrénées gewartet, und haben alles bekommen, was wir nicht wollten:

  • wir wollten einen Welpen von Stövesands, und bekamen Einen von Tina

  • wir wollten einen fauvefarbenen Berger, und bekamen eine schwarz – graue Hündin

  • wir wollten Anemone auf gar keinen Fall, und bekamen sie doch

  • wir wollten einen MuseauNormal, und bekamen einen FaceRase

Frau Großpietsch hat einmal gesagt: „Einen Berger muss man sich verdienen!“. Wenn wir uns unseren Berger nicht verdient haben, dann weiß ich es auch nicht. Wenn ich so zurückblicke, würde ich sagen, dass es einfach so, und nicht anders sein sollte.

  • Dass wir unseren Berger von Tina bekamen, war bestimmt nicht das Schlechteste, was uns passieren konnte. Ohne ihre Freundschaft würde etwas Wichtiges in unserem Leben fehlen.

  • Ob fauve, ob schwarz – grau, ich liebe alle... Bergers! Die Farbe ist doch nur äußerlich, auf die *inneren Werte* kommt es an - auch beim Hund!

  •   Dass es Anemone geworden ist, die wir eigentlich überhaupt nicht haben wollten!? Da können wir heute nur noch drüber schmunzeln. Cathy ist auf keinen Fall nachtragend!

  • Der FaceRase, den wir nicht wollten?! Tina hat einmal gesagt, wir könnten Cathy  „umtauschen“, und aus dem nächsten Wurf einen neuen Welpen haben, wenn wir wollten. Da stieß sie bei uns auf ziemlich taube Ohren. Unsere Cathy hergeben? Um nichts auf der Welt!!

Und die Moral von der Geschicht:

„Et küt wie et küt, da kannste machen nüscht“.

 

(02.10.00)

Am 01.10.00, also gestern, sind wir nach Kassel zur Schau gefahren. Es war nicht unser Tag. Es fing damit an, dass Petra die Hundepension - wieder einmal - voll belegt hatte, und ich mit Cathy alleine nach Kassel vorfahren musste. Petra wollte nachkommen, sobald sie ihre „Gäste“ versorgt hatte. Der Nebel warf meinen - auf die Sekunde getimten - Zeitplan völlig über den Haufen. Für ca. 5 km Weg brauchte ich fast 20 Minuten (sonst etwa 8 Minuten). Der Nebel war so dicht, dass man den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht sah. Gut, dass ich den Weg kenne, und weiß, wann eine Kurve kommt, und in welche Richtung sie sich windet. Womöglich wäre ich sonst auf irgendeinem Acker gelandet. Dort hätte ich bestimmt keinen Richter getroffen, was wie ich bald feststellen sollte, von Cathy sehr begrüßt worden wäre. Der Zeitplan war also komplett überholt. Ich konnte unmöglich pünktlich am vereinbarten Treffpunkt sein, um Angelika abzuholen. Wie sich bei meinem (fast 15 Minuten) verspäteten Eintreffen herausstellte, war es nicht weiter tragisch, denn Angelika war, Gott sei Dank, auch nicht pünktlich. Dies wiederum rief Karin und Frank (wollten ihren Golden Retriever Rüden ausstellen) auf den Plan, da wir nicht zur verabredeten Zeit an der ausgemachten Stelle waren. Wie auch? Da wartete ich ja noch auf Angelika!  Ne wat nen Durcheinander!! Mit fast 30 Minuten Verspätung trafen wir dann endlich in Herford ein. Dort hielten wir uns nicht lange auf, sondern machten uns sofort auf den Weg nach Kassel. Wir kamen noch rechtzeitig in Kassel an.

Am Ring trafen wir Tina, die sich auch nach Kassel aufgemacht hatte. Regina und Balou, Cathys „großer“ Bruder, waren auch mit. War das eine Freude!! Cathy überschlug sich bald vor Glück, Tina, Nanny, Wespe und Balou zu sehen. Es gab viel zu erzählen, denn wir hatten uns lange nicht gesehen. Da wir nicht genau wussten, wann wir mit dem Richten dran waren und wann Petra in Kassel eintreffen würde, hatten wir uns geeinigt, dass ich Cathy führen sollte – sicher ist sicher! Wir hatten Cathy zum 1sten Mal in der Offenen Klasse gemeldet, und es starteten noch 2 weitere Hündinnen mit uns zusammen. Wie bereits erwähnt, war es weder Cathys noch mein Tag. Petra wollte, obwohl rechtzeitig eingetroffen, nicht mit Cathy in den Ring und überließ mir das Feld. Sie ahnte wahrscheinlich auch warum. Sie sah sich das Elend zusammen mit den Anderen, aus sicherer Entfernung an. An dem Tag war mit uns einfach „kein Blumentopf“ zu gewinnen!! Cathy war absolut nicht zu motivieren! Wenn sie gekonnt hätte, wäre sie „auf und davon“ gewesen (den Ausgang hatte sie immer fest im Blick)!! Ich musste sie fast in den Ring tragen. So machten wir also keine „Ausstellung“, sondern eine „Aussitzung“ bzw. „Auslegung“. Auch das „Zähne zeigen“ war eine einzige Katastrophe. Sie wollte absolut nicht. Ich machte den Fehler, sie unter den Bauch zu fassen, um sie hinzustellen (blöder Fehler, absolut blöder Fehler!!). Danach war es ganz vorbei. Wir präsentierten uns als Schlafmützen, „verschenkten“ den 1sten Platz, und bekamen ein Sg2. Wenn man bedenkt, dass selbst die erstplazierte Hündin kein V bekam, waren wir ja gar nicht so schlecht -  zumal der Richterbericht auch recht gut war.

10.11.00)

Am 20. Oktober 2000 machten wir uns auf den Weg zur VDH – Bundessieger – Millennium - Zuchtschau. Mit gemischten Gefühlen, was nach unserem „Debakel“ in Kassel durchaus verständlich war, kamen wir in Dortmund an.

Auch an dem Freitag sollte ich Cathy führen. Petra meinte, sie habe es im Rücken, und da Frau Großpietsch ja viel Wert auf das Laufen legt, sei es doch besser, wenn ich Cathy vorstellen würde (welche Ausrede sie das nächste Mal wohl parat hat?). Es waren etwas über 40 Hunde gemeldet! Bekanntlich werden die FaceRase zum Schluss bewertet. Genug Zeit, um sich so einige Gedanken zu machen. Würde es so eine „Katastrophe“ wie in Kassel werden? Oder würde Cathy sich von ihrer besten Seite, die sie ohne Zweifel hat, zeigen? Schau’n mer mal! Als wir dran waren, ging Cathy, als wäre es das Selbstverständlichste überhaupt, mit mir in den Ring. Und – wir machten tatsächlich eine „Ausstellung, kein Hinlegen, kein Hinsetzen!! Auch die Zahnkontrolle – kein Problem! Frau Großpietsch hatte große Mühe Cathy’s „Zungenküsse“ abzuwehren!! Ich war mächtig stolz auf unsere Cathy. Das Ergebnis lautete zu unserer großen Freude: „V1 – Bundessieger“. Caro machte das BOB. Zu Frau Großpietsch Bemerkung: „Seien sie nicht böse, ihre Zeit kommt auch noch!“, kann ich nur sagen: „Wir fangen ja gerade erst an!!!“ ;-) Wir waren einfach überglücklich, dass wir kein „zweites Kassel“ erlebt hatten! Da konnten wir uns über solche Kleinigkeiten wie das BOB, nun wirklich keine Gedanken machen!!

 

(15.11.00)

Wir haben uns viel Zeit gelassen, bevor wir uns näher mit dem Thema „Zucht“ beschäftigten. Wer dieses Tagebuch gelesen hat, wird es auch durchaus nachvollziehen können. Nachdem wir im März das Röntgenergebnis, und im Juni Cathy’s Zuchtzulassung, erhalten hatten, forderte ich bei Frau Müller den „Antrag auf Zuchtstättennamenschutz“ an. Anfang September machte ich mich daran das Formular (Schreibkram....) auszufüllen:

  •    „für folgende Personen wird der Zwingerschutz beantragt“

        Für Petra und mich. Also unsere Namen und Petras Adresse  

         eingetragen.

  •  „für unsere Betreuung konnten wir folgenden Paten gewinnen“

         Da hatten wir bei Frau Stövesand nachgefragt. Ihre Antwort war:

         „Ehrensache!!“.

  •    „mit der folgenden Hündin möchten wir die Zucht beginnen“

         Blöde Frage – Cathy, pardon – Anemone vom Knottenwäldchen, natürlich!

         Wir haben ja nur die Eine!

  • „Ausstellungsergebnisse“

       Auch recht einfach zu beantworten: Bundessieger – Zuchtschau’99 in   

       Dortmund (VV), Europasieger – Zuchtschau’00 in Dortmund (V1), 

       Clubschau’00 in Oldendorf (V1).

  •  „Besuch von Züchterseminaren/Züchtertagen“

        Das Zuchtanfängerseminar am 11. November 2000 in Hennef. Die

        Anmeldung dazu war bereits auf dem Weg zu Herrn Kopernik.

  • „folgende Zwingernamen schlagen wir für den Schutz vor“

     Gute Frage! – Nächste Frage!

Nur – da war keine Frage mehr! Da das Thema Zucht recht lange „auf Eis“ lag, hatten wir uns nur wenige Gedanken über mögliche Zwingernamen gemacht. Was nun tun? Als erstes mussten wir klären, ob wir einen Französischen oder Deutschen  wollten. Das Problem ist, dass Petra kein Französisch kann, grundsätzlich aber nichts gegen einen französischen Namen hatte – sofern sie ihn aussprechen kann. Ich hatte die Aufgabe, über mögliche Zwingernamen nachzudenken. Namen und „Schreibkram“ waren nun mal meine Sache. Ich schrieb diverse Möglichkeiten auf einen Zettel. Petra sollte nun versuchen die französischen Vorschläge auszusprechen. Die, die ihr Probleme bereiteten, wurden sofort von der Liste gestrichen. Es kann ja nicht angehen, dass Petra, wenn sie nach unserem Zwingernamen gefragt wird, antworten muss: „Einen Moment bitte, ich hole gerade mal meine Freundin, die kann ihnen sagen wie unser Namen lautet“. Selbstverständlich wurden auch die deutschen Variationen von Petra genauestens „unter die Lupe“ genommen - und aussortiert. Am Ende blieben etwa sechs  Namen übrig. Auf den 1sten Platz setzten wir den französischen Vorschlag, der Petra die wenigsten Probleme bereitete („den kann sogar ich aussprechen“ > O-Ton Petra). Auf die Plätze 2 und 3 kam jeweils ein deutscher Namensvorschlag:

  •    „folgende Zwingernamen schlagen wir für den Schutz vor“ 

  1.  „de la petite vagabonde“

  2.  „vom kleinen Vagabunden“

  3. „von den kleinen Strolchen“

Die „Strolche“ waren nicht unbedingt mein Favorit, aber da ich die beiden ersten Prioritäten bestimmt hatte, war es nur gerecht, dass Petra die 3te aussuchte. Mit den „kleinen Strolchen“ konnte ich mich, sollten sie es denn werden, auf jeden Fall anfreunden! Mitte September sandte ich den „Antrag auf Zuchtstättennamenschutz“ an Frau Müller. Danach warteten wir gespannt auf die Dinge, die da kommen sollten.

 

(22.11.00)

Ende September rief Frau Stövesand an, um uns mitzuteilen, dass sie am 03. Oktober 2000 zur Erstbesichtigung kommen wollte. Wir hatten uns natürlich vorher ein paar Gedanken gemacht, wie wir das „Unternehmen Zucht“ aufbauen wollten. Als Wurfplatz für unsere Welpen war das Büro vorgesehen. Zu ruhig! Zu wenig Action! Keine Umweltreize! Die Küche sollte es sein. Damit war Petra denn nun nicht so recht einverstanden. Bis zum ersten Wurf, etwa Ende April 2001, ist ja noch genug Zeit, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen! Eine Wurfkiste hatten wir zwar schon angedacht, aber noch nicht gebaut. Den 2ten Schritt vor dem 1sten zu tun, hielten wir für nicht ratsam. Gegen den vorgesehenen Zwinger gab es keine Einwände. Er hat zwar noch kein Dach und keinen Windschutz, aber die Bretter und die Dachpappe liegen schon da und müssen nur noch angebracht werden -  bis Ende April 2001 sollte das doch wohl zu machen sein !!

Am 11. November 2000 machten wir uns auf nach Hennef zum Zuchtanfänger – Seminar. Dort sahen wir nicht nur Cathy’s Schwestern, Anabell und Augustine (Josie), sondern auch Marion, Harald und Volker wieder. Die Enttäuschung war groß, da wir Cathy nicht mitgebracht hatten. Auch ohne Cathy gab es viel zu lachen! Eine Menge gelernt haben wir natürlich auch. Frau Großpietsch hat eine sehr angenehme Art, die Dinge leicht verständlich „rüberzubringen“ – was die Sache doch sehr erleichtert hat. Am Nachmittag des 17. November 2000 klingelt mein Telefon.  Es ist Petra mit wichtigen Neuigkeiten!!

 „Wir haben heute unsere Zwingerschutzkarte von Frau Müller bekommen!“

„Ja – und?“

„Drei Mal darfst du raten!“

„Ich will nicht raten! Sag schon!“

„Nein! Nun rate doch mal!!“

„Ich will nicht raten!! Saag  schoooon!!“

         „ ....... “

„Nuuun -  saaag -  es -  schooooon -  eennnndlich!!“

OK! OK! Schon gut!! Ich sag’s ja schon!! Es ist „de la petite vagabonde“ ! 

„ ....... “

„Bist du noch da? ... Pia? ... Hast du gehört, was ich gesagt habe?“

„Ich habe es gehört! ... Das gibt’s nicht! ... Bist du sicher?“

„Ja doch! „de la petite vagabonde“ - steht hier schwarz auf weiß! Und weißt du was  das Schönste ist? Den Namen kann sogar ich aussprechen!! .... Nun freu dich doch!!“

„Tue ich doch!! .... Ich weiß nur nicht, was ich sagen soll!! ....  Super! - Klasse!“

Nachdem ich den Hörer aufgelegt hatte, saß ich da und war immer noch ganz sprachlos - was relativ selten vorkommt.  Irgendwie war ich auf die „kleinen Strolche“ eingestellt. Auch die Möglichkeit, einen neuen Namen einreichen zu müssen, war nicht auszuschließen gewesen. Dass wir unseren „Wunschzwingernamen“ durchbekommen sollten, hatte ich nicht zu hoffen gewagt!! Glück gehabt! Jetzt haben wir alles zusammen: Cathy’s Zuchtzulassung, unsere Zuchtgenehmigung, und  sogar das Zuchtanfänger – Seminar hatten wir besucht. Cathy braucht sich auch keine Sorgen mehr zu machen, dass ihre Kinder ohne einen vernünftigen „Nachnamen“ aufwachsen müssen! Nun darf der Februar 2001 kommen, denn da rechnen wir mit Cathy’s nächster Läufigkeit, sprich - Planung unseres ersten Wurfes. Nach Weihnachten will Petra sich  mit Wielands in Verbindung setzen (Telefonate...), denn beim FaceRase – Segmenttreffen mit Herrn Müller in Oldendorf hatten wir uns auf Pablo P. vom Wunderhorn als Deckpartner geeinigt. Unser „Vagabundenleben“ ist für dieses Jahr, Gott sei Dank, vorbei! Die Schauen und Seminare haben wir - mehr oder weniger erfolgreich –besucht. Alle Anträge sind ausgefüllt und abgeschickt. Kein Warten mehr auf irgendwelche Ergebnisse, was wollen wir mehr?! Den Rest des Jahres möchten wir nun ruhiger angehen (träumen ist doch wohl noch erlaubt – oder?)

Wieder einmal sollte alles anders kommen, als geplant!!

 

(08.12.00)

Am Donnerstag, den 23.11.00, war ich auf „einen Sprung“ zu Petra gefahren. Ca. 1 Stunde nach meiner Heimkehr klingelte das Telefon. Mir wurde ganz komisch zu Mute, als ich Petras Stimme am anderen Ende der Leitung vernahm. Etwas Wichtiges musste geschehen sein! Was sie mir dann mitteilte, haute mich regelrecht vom Hocker. „Soll ich dir etwas sagen?“ „Was?“ „ Unsere Maus ist läufig!“ „Waaaas?“. Am Nachmittag war davon noch keine Rede gewesen. Ich hörte Petra an, dass sie auch noch nicht richtig fassen konnte, was sie mir gerade erzählt hatte. Wir erwarteten Cathys nächste Läufigkeit erst für Februar 2001, auf keinen Fall mehr für dieses Jahr! Daher konnte und wollte Petra es nicht so recht glauben Nach einem kontrollierenden Blick, musste sie sich der Tatsache stellen, dass dem doch wohl so ist. Damit waren alle Planungen hinfällig geworden. Der Anruf bei Wielands konnte nun nicht mehr bis nach Weihnachten verschoben werden. Selbstverständlich wurde Frau Stövesand als unsere Zuchtpatin umgehend informiert. Da wir überhaupt nicht wussten, wann Cathy „stehen“ würde, ließen wir am 9. Tag ihrer Hitze einen Bluttest machen. Lt. des Testes sollte Cathy in 2 – 3 Tagen aufnahmefähig sein. Um ganz sicher zu gehen wurde der Test am Montag, den 04.12.00 wiederholt. Nachdem er das Ergebnis bestätigte, machte Petra sich am Nachmittag auf den Weg nach Hamm. Ich hatte Nachtschicht und konnte leider nicht mit. Gegen 18.00 Uhr ging Petras Hilferuf bei mir ein. Sie hatte sich verfahren und wusste nun nicht mehr, wo sie war, geschweige denn wo sie hinmusste. Gut dass es Computerprogramme gibt, mit denen sich solche Probleme relativ schnell lösen lassen. Es dauerte nicht lange, da hörte ich: „Ich hab’s gefunden! Ich bin da! Hurra!!“. Ich schickte noch ein letztes „Viel Erfolg!“ ans andere Ende der Leitung, überließ Petra und vor allem Cathy, ihrem Schicksal. Gegen 22.00 Uhr erhielt ich die Nachricht: „Mission erfolgreich durchgeführt!“

Unsere Cathy ist nicht dumm! Bevor sie sich auf irgendetwas einließ, musste Pablo ihr erst mal zeigen, was er denn so zu bieten hat. Schließlich musste sie ja dafür sorgen, dass die Kinder abgesichert sind. Gerade in der heutigen Zeit kann man nicht vorsichtig genug sein! Sie nahm also das Haus inklusive Obergeschoß und Garten in Augenschein! Und nachdem Pablo nicht nur seine Muskeln, sondern vor allem auch seinen Charme, hatte spielen lassen, war Cathy überzeugt, dass sie es hätte schlechter treffen können. Ich lauschte Petras Erzählungen und war ein wenig traurig, dass ich nicht dabei gewesen war. Der Erfolg alleine zählt!! 

Am 05.12.00 fuhren Petra und ich noch einmal gemeinsam zu Wielands. Daniel und Dennis konnten es nicht ganz verstehen. „Das geht doch gar nicht mehr, die Eizelle ist doch schon längst besetzt!!“ meinte Dennis (6 Jahre) uns mit ernster Miene aufklären zu müssen. „Wie erklär ich’s meinem Kinde?“ dachte da nicht nur Petra. Wir versuchten unser Bestes, und Dennis ließ uns, noch immer nicht ganz überzeugt, mit einem „Viel Spaß Cathy!“ fahren. Pablo hatte seine Zuverlässigkeit bereits unter Beweis gestellt, und so fiel an diesem Tag die Hausbesichtigung aus. Schade eigentlich! Nun heißt es wieder einmal: „Abwarten!“. Das Ergebnis dieses „Intermezzos“ werden wir hoffentlich Anfang Februar zu sehen bekommen. Von Herrn Müller kam folgendes „Statement“: „Ich freue mich – für Sie und fürs Segment. Hoffen wir jetzt auf einen kräftigen und gesunden Wurf.“ Das hoffen wir mit ihm gemeinsam!!

 

(10.12.01)

Wieder ist 1 Jahr vergangen, in dem mein Tagebuch unbeachtet in der Schublade lag. Auch dieses mal ist wieder viel geschehen und doch  habe ich  nicht den „Dreh“ gekriegt, es aufzuschreiben.

Nach der „Hundehochzeit“ im Dezember  hieß es, wie oben bereits erwähnt, „Abwarten“ !! Die werdende Mutter wurde nach „Strich und Faden“ verwöhnt – keine Frage!! Mögliche Welpeninteressenten hatten wir auf Anfang Januar vertröstet, denn dann wollten wir einen Ultraschall machen lassen um zu sehen, ob Cathy überhaupt tragend war. Es wäre ja Blödsinn gewesen Interessenten einzuladen, wenn es gar keine Welpen geben würde – zumal die Leute ja nicht vor unserer Haustür wohnten (Schade eigentlich!!). Bestes Beispiel: Lilly und Fritz Hagmann – dazu gleich mehr.

Am 05.01.01 hatten wir einen Termin zum Ultraschall. L t. unseres Tierarztes waren 4 Welpen zu erkennen. Nun ja- hätte er  mir erzählt, Cathy würde „Marsmännchen“ bekommen – ich hätte ihm auch das geglaubt!! Genau genommen war die Anzahl der Welpen völlig unwichtig – einzig, dass sie gesund sind, zählt. Das Wichtigste aber  war, dass es Cathy gut ging und sie die Trächtigkeit und Geburt ohne Schaden überstand!!  Wieder zu Hause meinte Petra; da wir ja nun wüssten, dass es Anfang Februar Nachwuchs geben würde – immer vorausgesetzt, dass nichts Unvorhergesehenes geschah!! –  könnten wir nun über mögliche Namen für die „Bande“ nachdenken. Ich hatte, wieder einmal, allerhand Namen auf einen Zettel geschrieben (Schreibkram und Namen....!!). Petra traf – immer meine Zustimmung vorausgesetzt – die endgültige Entscheidung, in dem sie eine 1 – 4 vor jeweils 4 Rüden- und 4 Hündinnennamen schrieb. Unsere persönlich Hitliste lautete:

 

1. Aaron                         1. Avinia

2. Ares                          2. Aimée

3. Asario                         3. Amy

4. Aramis                        4. Asaria

Mit den Rüdennamen taten wir uns recht schwer. Einzig  „Aaron“  stand von Anfang an ganz sicher und unwiderruflich fest. Bei den Hündinnen hatten wir - bzw. Petra - die „Qual der Wahl“.  Wir hofften, dass auch den künftigen Welpenbesitzern die Namen gefielen, und möglicherweise der Eine oder Andere  „erhalten“ blieb!!

 

(19.12.01)

Am 06.01.01 rief Petra an:

 „Hast du heute schon was vor?“

„Nein“

„Gut, dann hast du jetzt etwas vor!“

„Tatsächlich? Was denn?“

„Wir bekommen Besuch!“

„Schön!! Wer kommt denn?“

„Die Welpeninteressenten vom Bodensee!!“

„Wie bitte?... Heute?“

„Ja!! Habe gerade mit Herrn Hagmann gesprochen; wir wären doch gestern zum Ultraschall gewesen, wie es denn nun aussehen würde mit dem Nachwuchs. Als ich dann gesagt habe, dass lt. unseres Tierarztes mit Welpen zu rechnen wäre, sagt er doch glatt zu mir >> Schön, dann rechnen sie mal so ab 15.00 Uhr mit uns!!<<  >>Heute?<< Habe ich ihn etwas irritiert gefragt, und er hat geantwortet >> Ja, heute!! Wir setzen uns jetzt in unser Auto und sind dann am Nachmittag bei Ihnen<<“

„Bist du wirklich sicher, dass du das auch richtig verstanden hast!?“

„Nicht wirklich!! Aber komm man trotzdem auf 15.00 Uhr hoch ... und bring Kuchen o.ä. mit!!“

Den Bodensee und Melle trennen etwa 700 km, und es war 11.00 Uhr vormittags. Mal ehrlich ... - ... wer setzt sich einfach so in sein Auto und fährt mal eben ca. 8 Stunden -  „nur“ wegen eines Hundes??  So ganz glauben konnte ich es nicht. Ich war pünktlich bei Petra und gemeinsam warteten wir auf Hagmanns. Es wurde 15.00 Uhr, 16.00 Uhr, 17.00 Uhr kam ... und ...  ging! Unter uns gesagt; wir rechneten nicht mehr damit, dass Hagmanns tatsächlich noch kommen würden. Den Kuchen hatten wir bereits gegessen, denn „Wer nicht kommt zur rechten Zeit...!!“ Völlig unerwartet fuhr dann gegen 17.45 Uhr doch noch ein Auto auf den Hof. Wir waren ziemlich überrascht, und auch ein wenig verwirrt, als wir auf dem Auto das „CH“ für Schweiz erkennen konnten. Ich meinte mich daran zu erinnern, mal gelernt zu haben, dass die Insel Mainau im Bodensee liegt und dass der Bodensee nicht nur an Deutschland, sondern u.a. auch an die Schweiz grenzt!! Hagmanns (ab jetzt auch Lilly und Fritz genannt) hatten sich im Bielefelder Raum verfahren, daher die Verspätung. Es wurde ihnen verziehen. Cathy und Chico gewannen Hagmanns Herzen im Sturm und auch wir bekamen einen recht positiven Eindruck von einander. Gegen 20.00 Uhr machten Lilly und Fritz sich  - ohne eine Zusage unsererseits – auf den Heimweg und waren gegen 03.00 Uhr wieder zu Hause. Was lernen wir daraus? „Nichts ist unmöglich...!!!“ „Respekt, Respekt“  können wir da nur sagen!! Es versteht sich von selbst, dass Hagmanns eine kleine Hündin von uns bekommen sollten!!

„Leute gibt’s, die gibt’s gar nicht!!“

Frau K. aus Ke. musste erst ihr Medium (kein Witz!!) befragen, ob sie denn von uns überhaupt einen Welpen nehmen könnte. Petras Kommentar:  „Ich habe unser Medium befragt, und das hat gesagt > Lasst die Finger davon!!<“ Die Sitzung mit dem Medium dauerte übrigens mehrere Wochen. Als Frau K. aus Ke. sich dann meldete waren die Welpen bereits vergeben – für Frau K. aus Ke. auf jeden Fall!!

Herr R. aus F. bestellte nicht nur bei uns, sondern auch bei Stövesands einen Welpen. Herr R. aus F. war nur bereit zu uns zu kommen, wenn wir ihm vorher eine Zusage machen würden, dass er dann auch eine Hündin bekäme, denn der Weg wäre ja doch ziemlich weit und ohne Zusage würde er sich erst gar nicht auf denselbigen  machen. Eine Zusage bekam er nicht!! Da half auch die nette Papageien – Weihnachtskarte (auch kein Witz!!) nichts. Übrigens bekamen Stövesands eine fast identische Karte mit  genau demselben Text!! Herr R. aus F. meldete sich nicht wieder!! Von F. bis Melle sind es „nur“ ca. 460 km!! Außerdem;  „Wo eine Wille ist,  ist auch ein Weg!!“, dass haben uns Lilly und Fritz ja gezeigt!!!

Familie H. aus O. meinte, wenn sie nochmals 1000,- DM zu dem Welpenpreis dazu geben würden, bekämen sie garantiert einen Welpen von uns. Sie guckten etwas irritiert, als ich ihnen sagte, dass das so nicht läuft und sie so garantiert keinen Welpen von uns bekämen!! Während ihres gesamten Besuches bei uns, hatten sie kein einziges Mal Cathy oder Chico beachtet, geschweige denn gestreichelt. Familie H. aus O. sollte sich lieber an einen Stoffhund halten, denn der macht bestimmt nichts kaputt, kostet nur den einmaligen Anschaffungspreis und Zuwendung und Streicheleinhalten braucht derselbige ganz bestimmt nicht. Uns war sofort klar, dass Familie H. aus O. keinen unserer Welpen bekommen würde, auch wenn O. von uns nur ca. 30 km entfernt ist und es schön gewesen wäre, einen der Zwerge in der Nähe zu haben. Gott sei Dank haben wir auch positive Erfahrung gemacht!!

  

(02.01.02)

Der 5te Februar, der errechnete Wurftag und außerdem Petras Geburtstag, rückte immer näher. Cathy war inzwischen „so breit, wie sie lang war“ (da habe ich jetzt wirklich nur ein „klitzekleines“ Bisschen übertrieben!!). Ich blieb morgens, wenn Petra arbeitete, bei Cathy. Wir wollten sie nicht mehr alleine lassen, denn wir rechneten damit, dass Cathy möglicherweise die „Nase voll“ hätte von ihrem dicken Bauch und evtl. einige Tage früher werfen würde. Dem war aber nicht so. Cathy hatte wahrscheinlich tatsächlich die „Nase voll“, aber den Welpen gefiel  es anscheinend sehr gut in Mutters Bauch und ließen sich daher Zeit!! Wir feierten Petras Geburtstag ohne dass sich - "Welpentechnisch" - erwähnenswertes ereignete. Auch der 06.02.01 verging ohne besondere Vorkommnisse. Am Montag (07.02.01) hütete ich „Kind bzw. Hund und Kegel“ während Petra arbeiten war. Cathy hatte morgens ihr Futter verweigert, was nichts bedeuten musste, mich aber dennoch dazu veranlasste, sie verstärkt im Auge zu behalten. Cathy war extrem unruhig. Sie lief aus der Küche ins Schlafzimmer, vom Schlafzimmer in die Küche, aus der Küche ins Schlafzimmer und wieder zurück usw. Es war als würde sie etwas suchen, konnte es aber nicht finden. Hatte sie tags zuvor noch auf der Küchenbank gelegen und sich den "Babybauch" streicheln lassen, war an dem Morgen überhaupt nicht daran zu denken. Je näher Petras Feierabend rückte, umso unruhiger wurde sie. Sie schien nur noch auf Petra zu warten. Gegen 11.00 Uhr war nun auch ein starkes Hecheln erkennbar. Petra war um 12.00 Uhr zurück. Um ca. 12.15 Uhr kam zu der deutlichen Unruhe und dem Hecheln noch ein heftiges Zittern dazu. Es bestand nun wirklich kein Zweifel mehr, dass die Welpen bald geboren werden sollten. Wir informierten Frau Stövesand, als unsere Zuchtpatin!! Sollten Probleme auftreten, oder wir sonst irgendwelche Hilfe oder Ratschläge benötigten... - ...Anruf genügt!! Die Wurfkiste stand für Mutter und Kinder bereit. Zum Werfen hatten wir eine große Plastikliegewanne hingestellt damit wir, sollte es denn nötig sein, besser an Cathy und die Welpen heran kommen konnten. (Es sollte sich schnell herausstellen, dass die Entscheidung, zugunsten der Liegewanne richtig war.) Handtücher lagen auf der Heizung, Zwirnsfaden und Schere waren griffbereit. Nun war wieder einmal "warten" angesagt!

Ca. 13.30 Uhr platze die Fruchtblase, kurz danach waren Presswehen zu erkennen und dann tat sich erst einmal gar nichts mehr. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor ...  und dann ...  endlich!! waren zwei kleine schwarze Hinterbeinchen zu sehen. Na super - Hinterbeine!!! Nicht der Kopf, so wie es sich gehört und außerdem sein sollte. Nein, es mussten Hinterbeine sein!!!

"... Wenn der erste Welpe mit den Hinterbeinen zuerst kommt, wird dies ein klein wenig schwieriger, weil nicht der breiteste Körperteil des Welpen den Weg öffnet. Auch die Fellrichtung des Welpen ist etwas hinderlich. Trotzdem werden etwa die Hälfte aller Welpen mit den Hinterbeinen zuerst geboren. Handelt es sich dabei nicht gerade um den Erstgeborenen, macht diese Stellung keine Probleme. ..." (aus: "Die Hündin"; Kapitel 6)

Sehr aufbauend dieses: "... Handelt es sich dabei nicht gerade um den Erstgeborenen, ....", denn bei uns handelte es sich natürlich um den "Erstgeborenen" und der hatte nun mal die Hinterbeinchen als erstes herausgestreckt.  Abwarten lautete die Devise, denn es stand ja auch geschrieben: ".... ,wird dies ein klein wenig schwieriger,...." und nicht "...wird dies schwieriger..."!! (Auf die Feinheiten sollte man schon achten!) Das "... klein wenig..." strichen wir recht bald auf Seite 75 des Kapitel 6, denn die Minuten vergingen und nichts geschah. Also Frau Stövesand angerufen, sie beruhigte uns; das wäre nichts ungewöhnliches, dass ein Welpe mit den Hinterbeinen zuerst geboren wird (wussten wir schon aus der erwähnten Fachliteratur), es könnte auch etwas dauern, eine halbe Stunde sei da ganz normal (die halbe Stunde war während des Telefonates abgelaufen!). Um 15.10 Uhr endlich war es geschafft und eine kleine schwarze Hündin hatte das Licht der Welt erblickt! Avinia war geboren!! Kaum, dass der Welpe auf der Welt war, kam das nächste Problem. Er atmete nicht und Cathy war zu geschockt von den Geschehnissen, dass sie nichts mit dem Welpen anzufangen wusste. "Schön, und was soll ich jetzt damit?" schien sie uns zu fragen. "Fruchtblase zerreißen, Kind zum atmen bringen, abnabeln, säugen!! Das kann doch nicht so schwierig sein!!!!!" Für Cathy war es das. Sie sah uns völlig hilflos an und wir wussten auch nicht wirklich weiter. Petra tat das einzig richtige; sie zerriss die Fruchtblase, säuberte Nase und Maul von Schleim und Fruchtwasserresten, nahm eines der vorbereiteten, warmen Handtücher und versuchte durch "rubbeln" Avinia zum atmen zu bringen. Ohne Erfolg!  Da nahm Petra - ohne Rücksicht auf Verluste - den Welpen mit dem Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger und schwang  ihn ziemlich heftig nach unten, um die Atemwege von den letzten Flüssigkeitsresten zu befreien. Anschließend wurde er wieder  mit dem Handtuch gerubbelt "was das Zeug hielt"  und endlich begann er zu atmen.  Avinia blieb letztendlich gar nichts anderes übrig als zu atmen, denn wer so gerubbelt und geschüttelt wird, kann das nicht einfach auf sich sitzen lassen! Sie tat durch heftiges "fiepen" und "schreien" kund, was sie von so einer Behandlung hielt!! Unter uns gesagt: das war uns "sch... egal"! Wir hofften, dass Cathy's Mutterinstinkt durch das Fiepen von Avinia   "aktiviert" wurde, und sie den Welpen selbstständig abnabeln würde. Cathy aber war durch die Geräusche, die dieses "Etwas" da von sich gab, noch geschockter und fand das gar nicht komisch, dass wir ihr dieses "Ding" da nun hinlegten und abnabeln wollte sie ihr Kind ganz sicher nicht. Dies zeigte sie uns durch ihr Verhalten ziemlich klar und deutlich. Also wieder zum Telefon gegriffen und Frau Stövesand angerufen. Petra hatte sich den Hörer zwischen Schulter und Ohr geklemmt und hielt Avinia in den Händen. Ich nabelte nun auf Anweisung von Frau Stövesand, durch Petra übermittelt, den Welpen ab. Als auch das geschafft war, fiel uns nicht nur ein Stein sondern ein ganzer Berg vom Herzen!! Avinia hatte - gelinde ausgedrückt - die "Faxen dicke" und machte sich, sobald sie an Cathys Bauch lag, unter heftigstem Protest auf den Weg zur Milchquelle, um sich erst einmal ordentlich zu stärken. Sobald sie die Zitzen gefunden hatte und zu saugen begann, wusste Cathy auf einmal, was sie zu tun hatte. Sie begann Avinia zu putzen und zu lecken, so dass es mit dem "stärken" vorerst vorbei war. Avinia wurde durch die Wanne gerollt, dass einem schon vom zusehen schwindelig wurde! Sie konnte einem fast leid tun, aber nur fast, denn auf unsere Nerven hatte Avinia ja auch keine Rücksicht genommen und ein wenig Strafe musste halt sein!! ;-)) Wir setzten uns völlig geschafft auf die Bank und waren in dem Moment nicht wirklich böse, dass jetzt wieder warten angesagt war. Eine Verschnaufpause konnten wir gut gebrauchen! 

Ca. 16.05 Uhr begannen die nächsten Presswehen. Kurz darauf waren - wie sollte es auch anders sein - erneut 2 Hinterbeine zu sehen. Wir wussten ja nun was zu tun war, und um 16.40 Uhr wurde Aaron geboren. Ein schwarzer Rüde mit einem kl. weißen Brustfleck und weißen Füßen. Wir waren nur froh, dass erst Avinia und dann Aaron geboren wurde. Wäre es anders herum gewesen, hätte Cathy bestimmt Probleme bekommen, denn Aaron war - vorsichtig ausgedrückt - ein "ziemlicher Brocken", was sein Geburtsgewicht von 380g durchaus bestätigte! Ca. 17.30 Uhr: erneute Wehen. Kurze Zeit später ist - OH WUNDER! - ein Kopf zu sehen! Um 18.30 Uhr erblickt  Aimée das Licht der Welt! Petra hatte zwischendurch mal darum gebeten, ein wenig Farbe "ins Spiel" zu bringen, aber Cathy erfüllte uns diesen Wunsch nicht. Auch Aimée war schwarz, hatte einen kleinen weißen Brustfleck und vorne links einen weißen Fuß!

Lt. Ultraschall sollten es ja 4 Welpen sein. Nun hieß es also warten auf Nummer die 4. Bei den 3 "Vagabunden" die bereits auf der Welt waren, lagen ca. 45 Minuten zwischen der Geburt des letzten Welpen und den nächsten Wehen und ca. 1,5 Stunden bis der nächste Welpe geboren war. Das hieß, dass die Wehen für den 4ten Welpen so ca. 19.15 Uhr/19.30 Uhr einsetzten müssten, wenn Cathy diesen Rhythmus beibehielt und der letzte "Zwerg" dann etwa gegen 20.00 Uhr (+/-) zu erwarten war. Cathy hielt sich nicht an den Rhythmus - wäre ja auch zu schön gewesen! Es wurde 19.00 Uhr, 19.30 Uhr, 20.00 Uhr  und nichts tat sich! Waren es evtl. tatsächlich nur 3 Welpen? Hatte unser Tierarzt möglicherweise einen Welpen doppelt gesehen?

"Die Intervalle der einzelnen Geburten lebender normaler Welpen können außerordentlich unterschiedlich sein, allgemeine Übereinstimmung besteht, dass man durchaus zwischen den einzelnen Welpen bis zu zweieinhalb Stunden erlauben kann...... ;liegt eine Unterbrechung von zwei Stunden vor, solltest Du den Tierarzt anrufen,....... (aus:"Die Hündin"; Kapitel 6)

Gegen 21.00 Uhr nahm ich das Telefon zur Hand. Da unserer Tierarzt ca.35 Km und eine Fahrzeit von mindestens einer halben Stunde von uns entfernt ist, rief ich die Tierärztlich Klinik in Melle an, mit der wir bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Aber hier ging es um Cathy und ihre Kinder, und diese Klinik wäre im Notfall in ca. 10 Minuten zu erreichen gewesen (ich bereute es schnell, nicht gleich unseren Tierarzt angerufen zu haben). Ich rief also die Klinik in Melle an. Es war eine absolute Unverschämtheit von mir, um diese Zeit bei Dr. Steffen anzurufen. Es wurde mir zwar nicht so deutlich gesagt, aber es war klar herauszuhören ("der Ton macht die Musik"). Egal, es ging um Cathy, da nimmt man fast alles in Kauf. Ich schilderte kurz unser Problem und fragte um Rat und das hörte sich in etwa so an: 

"Wurde der Ultraschall bei uns gemacht?"-

"Nein" -

"Na dann hat der Kollege bestimmt einen Welpen doppelt gesehen, denn das ist ja nicht so einfach, so ein Ultraschall, das kann halt nicht jeder! Und überhaupt, 4 bis 5 Stunden zwischen den einzelnen Welpen ist normal! Wenn sich in 2 Stunden nichts getan hat, melden sie sich halt normal"

 

Im Klartext hieß das: "Wagen sie es ja nicht wieder anzurufen und stellen sie sich mal nicht so an!" Ich legte den Hörer gar nicht erst aus der Hand. Petra hatte in der Zwischenzeit die Nummer von Dr. Meyer - Wilmes herausgesucht. Inzwischen war es 21.15 Uhr, und ich startete den nächsten Versuch. Bei Dr. Meyer - Wilmes meldete sich zunächst eine der Tierpflegerinnen, ich schilderte ihr das Problem und ihre Antwort war:

 

"Können sie bitte einen Moment warten, ich suche sofort den Chef!"

"Kein Problem, ich warte ... egal wie lange es dauert!"

"Ich beeile mich, ... bin gleich zurück!"

(es vergingen einige Minuten, dann wurde der Hörer wieder hochgenommen)

"Ich habe mit dem Chef gesprochen und er sagt;  wenn auf dem Ultraschall 4 Welpen zu sehen waren und erst 3 Welpen da sind, dann fehlt da  ja wohl noch einer, denn 3 sind nun mal nicht 4!!"

"So könnte man das durchaus auch sehen! Was sollen wir jetzt tun? Kann es sein, dass ein Welpe doppelt gesehen wurde?"

"Möglich, aber wenn 4 Welpen gesehen wurden, dann gehen sie davon aus, dass es auch 4 und nicht nur 3 Welpen sind. Können sie vorbeikommen, um sich  Medikamente zur Wehenförderung  abzuholen?"

"Ja, aber ich werde erst gegen 22.00 Uhr da sein können?!"

"Das macht nichts, ich warte auf sie!"

"Gut, dann mache ich mich sofort auf den Weg!"

Es war bereits 21.30 Uhr. Ich machte mich auf den Weg nach Brockhagen, während Petra zu Hause die Stellung hielt. Gegen 22.30 Uhr war ich wieder zurück und Cathy bekam die Medikamente verabreicht. Aber auch danach tat sich nichts. Gegen ca. 23.30 Uhr gaben wir das Warten - überzeugt davon, dass kein weiterer Welpe mehr geboren werden würde - auf. Wir waren völlig geschafft, ich machte mich auf den Weg nach Hause und ging sofort ins Bett. Ich lag noch im Tiefschlaf, als am nächsten Morgen um 7.00 Uhr - eindeutig vor dem Aufstehen - das Telefon klingelte. Es war Petra:

"Wann gedenkst du denn hochzukommen, um die Nummer 4 zu begrüßen?"

"Wie bitte? 4? Du meinst 3! Die habe ich doch gestern schon begrüßt!"

"Nein, ich meine 4! Es sei denn, ich kann nicht richtig zählen, aber 8 Hinterbeine und 4 Schwänzchen, macht doch 4 Welpen, oder?"

"......"

"Pia?! .... bist du wieder eingeschlafen?"

"Nein, ich versuche gerade diese Nachricht, auf nüchternen Magen zu verdauen, das ist nun wirklich nicht ganz einfach! Tatsächlich 4? Was ist die Nummer 4 denn?

"Eine Hündin, auch schwarz mit einem kl. weißem Brustfleck + kl. weißem Fleck am Hals!"

"Eine kleine Amy also!! Ist sie OK? Ich meine, hat Cathy sie abgenabelt usw.? Wie geht’s Cathy überhaupt??"

"Es ist alles in Ordnung! Cathy hat sie perfekt abgenabelt. Sie war schon trocken, als ich sie entdeckt habe, und im Moment macht sie sich über die Milchbar her! Cathy geht es auch gut, aber wir sollten doch besser nochmals mit ihr zum Tierarzt fahren und sie durchchecken lassen, damit nichts übersehen wurde"

 "Ich ziehe mich an und bin in einer halben Stunde oben!"

 

Cathy wurde vom Tierarzt gründlich untersucht und als „gesund“ entlassen. Selbstverständlich erhielten Wielands umgehend Nachricht, dass Pablo nun 4facher Vater war, wobei die Freude auf Wielands Seite deutlich größer, als auf Pablos Seite war. Auch Tina wurde über die glückliche Geburt informiert. Lilly und Fritz riefen aus ihren Urlaub in Hongkong an, um zu hören, ob die Welpen im Allgemeinen, und ihre Hündin im Besonderen, bereits geboren seien.  Auf der anderen Seite der Erde war die Freude riesengroß, als sie von der geglückten Geburt hörten. Auch Müllers wurden informiert. Irgendwie kam es mir so vor, als hätten sie schon auf unseren Anruf gewartet. Dass dem tatsächlich so war, stellte ich dann am Abend fest, als ich meine Emails abrief. Email von Herrn Müller… Merkwürdig, ich habe doch gerade erst mit ihm gesprochen… Die Email war vom Vortag und lautete: >>Gibt es denn noch keinen Wurf??????<< (ich habe wirklich kein ? dazugemogelt…) Nun verstand ich auch das unausgesprochene „Na endlich…“. Als die Welpen etwa 3 Wochen alt waren, kamen Tina und Oma Nanny vorbei, um die ersten Knottenwäldchenenkel zu besuchen. Wielands kamen, um sich selbst ein Bild von Pablos Nachwuchs zu machen, auch van Egdoms besuchten ihren Aaron des Öfteren. Die Welpen entwickelten sich prächtig und auch Cathy ging es gut, sie genoss die Aufmerksamkeiten der Besucher, vor allem aber die mitgebrachten Leckerlis… Dennis fühlte sich mit Aaron sehr verbunden. Dass der mit 3 Schwestern „gestraft“ war, sollte er nicht alleine durchstehen müssen. D.h.  nicht, dass er den „Mädels“ keine Beachtung schenkte, aber seine Sympathie und Zuneigung galt in erster Linie Aaron. Diese Männerfreundschaft endete allerdings schlagartig an dem Tag, an dem Aaron es wagte, während er auf Dennis Arm lag, zu pinkeln. Ich sehe noch heute das entsetzte Gesicht von Dennis vor mir, als er merkte, was da gerade geschah. Er legte Aaron einfach auf dem nächst Besten Möbelstück (das war der Küchentisch) ab, verschwand und überließ Aaron seinem Schicksal… Von dem Tag an, musste Aaron ohne Dennis uneingeschränkte Aufmerksamkeit sehen, wie er mit seinen Schwestern fertig wurde, was ihm – unter uns gesagt – ganz leicht geling…  

Aimée war die erste der 4 Vagabunden, die uns verließ. Sie machte sich mit Lilly und Fritz auf den Heimweg. Sie hatte nicht nur die längste Autofahrt vor sich, sondern wechselte auch die Staatsbürgerschaft und ist nun ein kleines „Schweizer Mädel“.  Aaron wurde abgeholt und im Wäschekorb nach Hause transportiert. Dies ist noch heute einer seiner Lieblingsplätze, sehr zum Ärger von Marianne, denn natürlich lässt es sich in frisch gewaschener und gebügelter Wäsche besonders gut und ausgiebig kuscheln… Bei Segeraths hieß es Urlaub oder Hund. Die Entscheidung fiel zugunsten des Hundes und auch Carena gab ihr Gespartes dazu. Nun reist Amy nicht nur mit Astrid, Carena und Norbert durch die Weltgeschichte, sondern auch mit dem Meerschweinchen,, welches unter akutem Appetitmangel leidet, sobald Frauchen Carena nicht in der Nähe ist… Avinia wurde als letzte der 4 Zwerge abgeholt, da Schurreits noch im Urlaub waren und blieb so Petra und Cathy noch 2 Tage länger „erhalten“ - schon in der Bibel steht: „…Die Ersten werden die Letzten sein…“ :o)). Aaron und Amy wurden als Rufnamen beibehalten. Aimée wurde in Mica umbenannt. Avinia wird nun Vivi gerufen.

 

(21.07.10)

Wie man sieht, sind seit meinem letzten Tagebucheintrag bereits viele, viele Jahre vergangen und sehr viel ist in der Zwischenzeit geschehen!! Cathy ist inzwischen 11 Jahre alt und immer noch *putzmunter*! Sie hat nach ihrem A-Wurf im Jahr 2001 noch insgesamt 5 weitere Würfe gehabt. Sie war eine fürsorgliche Mutter, die sich immer zuverlässig um ihre Kinder kümmerte. Aus ihrer Tochter BELLE ist inzwischen ein richtiger Agilitycrack geworden und sie ist 2007 mit Heidi auf der Agility WM In Norwegen für Deutschland an den Start gegangen!! Auch ihre Tochter DAJA stellt sich im Agility sehr clever an und macht gemeinsam mit Astrid im Parcours einen guten Job und BENDIX z.B. hat auch schon für FaceRase Nachwuchs gesorgt. Ich habe aus dem C-Wurf einen kleinen harlekin Rüden namens *CASPAR* behalten und bin aus der Zuchtgemeinschaft ausgestiegen. Inzwischen führt Cathys Enkeltochter Déesse chucken sakura no kuni (Tochter von DAJA) das Zuchtgeschehen in der Zuchtstätte *de la petite Vagabonde* weiter und hat Anfang diesen Jahres ihren ersten Wurf zur Welt gebracht. Cathy hat Déesse bei der Aufzucht der Welpen tatkräftig unterstützt, was Déesse nur Recht war… Wenn alles klappt, bekommt mein Rudel im nächsten Jahr Verstärkung. Und wenn es denn dann tatsächlich alles so kommt, wie es geplant ist, wird es ein kleiner Sohn von Déesse und Caspar sein! Schau’n mer mal, was daraus wird…

  

Ende

  

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