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(…) Eigentlich hielt ich die ganze ‚Clickerei’ für ein kleines Experiment und war fest davon überzeugt, dass unsere Beziehung und Teamwork nicht mehr zu toppen seien. Was soll ich sagen: Ich wurde schnell eines Besseren belehrt! Inzwischen möchte ich fast behaupten: Wer noch nie mit seinem Hund geclickert hat, der hat nie sein wirkliches Potenzial kennen gelernt. (…)

schreibt Birgit Laser im Vorwort ihres Buches

"Clickertraining", Cadmos-Verlag, 2000

 

Mit DOLF ging ich zu einer Hundeschule bei uns in Melle. In dieser Hundeschule wird nach der *alten (veralteten) Methode* trainiert, indem z.B. *Fuß* gesagt und dann an der Leine geruckt wird, damit der Hund sich in Bewegung setzt. So lernt der Hund letztendlich nicht, einen Befehl zu befolgen, sondern lediglich, dass es für ihn einfach angenehmer ist, sich bei dem Signalwort *Fuß* neben dem HF vorwärts zu bewegen, da er dann keinen Ruck (Schmerz) mit der Leine erhält. Für DOLF war diese Art des Trainings kein Problem und da er mein erster Hund überhaupt war, wusste ich es nicht besser. Da es mit DOLF funktionierte, kam ich auch gar nicht auf den Gedanken, über die Existenz oder Möglichkeit anderer Trainingsmethoden nachzudenken – warum auch…

Mit CASPAR änderte sich das dann aber grundlegend. Für ihn war diese Art Training eine Katastrophe und wirkte sich geradezu fatal auf unsere Beziehung aus. Als es dann so schlimm wurde, dass er das Zimmer verließ, sobald ich es betrat, war mir klar, dass es so nicht weitergehen konnte und ich mir andere Möglichkeiten suchen musste, wenn wir je zu einem Team zusammen wachsen wollten. Da mir andere Trainingsmöglichkeiten in der Hundeschule nicht geboten wurden und in meinem Hundesportverein nur Agility und – damals noch ganz in den Anfängen – Obedience, aber kein Basistraining angeboten wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als mir selber Alternativen zu suchen. Als DOLF seinen Unfall hatte und wochenlang keine langen Spaziergänge und Training absolvieren konnte, war ich angefangen, mit ihm zu cklickern, um ihn zu beschäftigen. In der Hundeschule hielt man absolut gar nichts vom clickern, ich aber überlegte, ob nicht genau dies womöglich eine Alternative für CASPAR sein könnte – einen Versuch war es auf jeden Fall wert, schlimmer konnte es eh nicht mehr werden…  Natürlich brauchte es Zeit, bis CASPAR wieder Vertrauen zu mir fasste, aber die ersten kleinen Erfolge waren schnell sichtbar. Das schöne am Clickern ist, dass man jede Übung in unendlich viele Einzelschritte splitten, und sich dadurch geradezu optimal auf die Bedürfnisse bzw. das Lerntempo des Hundes einstellen kann. CASPAR  mag es z.B. nicht, wenn man ihm lobend über den Kopf streicht, da weicht er aus und beginnt sofort das ganze Beschwichtigungsprogramm wie den Blick abzuwenden, über den Fang zu lecken usw. abzuspulen. Beim Clicker-Training wird auf jegliches anfassen des Hundes verzichtet, es basiert auf den Grundlagen der positiven Bestärkung. Der Hund lernt, dass der Click eine Belohnung verspricht und er selbst durch das was er tut, steuern kann, wann der Click kommt. Grundsätzlich folgt nach einem Click immer eine Belohnung!! Der Hund wird auf den Clicker konditioniert, indem man etliche Male clickt und dann sofort eine Belohnung gibt. Das funktioniert ähnlich wie bei Pawlow; bei seinem Experiment läutete der Verhaltensforscher Pawlow immer eine Glocke, bevor es etwas zu Fressen gab. Nach kurzer Zeit fingen die Hunde an zu sabbern, sobald sie das Klingeln der Glocke hörten, auch wenn kein Futter zu sehen war.

Fälschlicherweise glauben nun viele, dass sie für den Rest ihres Lebens für den Hund nur noch ein wandelnder Futterautomat sind… Dies ist definitiv nicht der Fall, denn ist ein Verhalten erst einmal eingeübt, verstärkt man es variabel, d.h. der Click kommt seltener bzw. unregelmäßiger, ähnlich wie beim *Lotto spielen*. Welchen Reiz hätte es, wenn ich jede Woche Lotto spiele, wohl wissend, dass ich jedes Mal sowieso 100 Euro gewinnen werde. Den Lottoschein gebe ich aber doch ab, weil ich den Jackpot in Millionenhöhe gewinnen will und da ich nie weiß, wann es soweit ist, spiele ich um ganz sicher zu gehen, halt weiterhin jede Woche Lotto. Genauso macht es der Hund, er weiß nie, ob es dieses Mal nicht doch die Riesenbockwurst zur Belohnung gibt und die will er sich auf keinen Fall entgehen lassen…  

Sicherlich ist das Clickertraining kein *Allheilmittel* und es gibt Situationen, in denen ich keinen Clicker einsetze. Ein Beispiel: CASPAR mag Steffis Bergerrüden AMUN überhaupt nicht. Auf einem Agilityturnier näherte sich Steffi uns ohne Hund, CASPAR aber setzte Steffi umgehend mit AMUN in Zusammenhang und knurrte sie ganz böse an –  das war bis dato noch nie vorgekommen. Bei so etwas verstehe ich grundsätzlich keinen Spaß und CASPAR konnte gar nicht so schnell gucken, wie er auf dem Rücken lag und ich ihm ganz klar zu verstehen gab, was ich von diesem Verhalten hielt – da war es mir auch total egal, dass um mich herum ca. 100 Turnierteilnehmer waren, die dies nun mitbekamen. Ich konnte ja  nicht warten, bis CASPAR aufhörte zu knurren, um dann das *nicht mehr knurren* anzuclicken, es musste eine unmittelbare Reaktion meinerseits kommen und sie musste auch ganz klar und deutlich sein... Wenn wir Steffi nun treffen, dann ignoriert CASPAR sie und damit kann ich gut leben, er muss sie ja nicht lieben, aber sie anzuknurren steht absolut gar nicht zur Diskussion!!

Das Clickertraining erfreut sich immer größerer Beliebtheit, sogar im VPG – Bereich und wie man mir kürzlich erst erzählte, auch in vielen Polizeihundestaffeln wird der Clicker inzwischen erfolgreich eingesetzt. Zu behaupten, das Clickern ist die eine Trainingsmethode überhaupt, wäre nun doch zu viel des guten… So wie es viele Gründe gibt, sich einen Hund anzuschaffen, so gibt es genauso viele  verschiedene Möglichkeiten, seinen Hund zu erziehen (was auch immer Erziehung für jeden einzelnen bedeuten mag…). Die Einen arbeiten immer noch nach der *alten Methode*, also an der Leine rucken und dem Hund immer nur sagen/zeigen, was er falsch, ihm aber niemals sagen, dass er etwas richtig macht. Eine Methode, die für mich nach meinen Erfahrungen mit CASPAR nie wieder in Frage kommt. Andere arbeiten grundsätzlich ohne Belohnung (Lecker), der Hund soll alles quasi *aus Liebe zu seinem Herrn* tun. Dies empfinde ich persönlich als sehr unfair dem Hund gegenüber, ich gehe auch nicht arbeiten, weil ich meinen Chef liebe, sondern weil am Ende des Monats Geld auf mein Konto kommt und so denke ich, ist es nur fair, wenn man auch den Hund für seine Mitarbeit *bezahlt* und ihm auf diese Art und Weise sagt, dass es richtig ist, was er gerade tut. Wiederum andere arbeiten z.B. nach dem *Natural Dogmanship* (*Jagen* mit dem Futterbeutel) von Jan Nijboer. Es gibt also viele Möglichkeiten und jeder muss für sich und seinen Hund ganz individuell entscheiden, welche die Richtige ist. 

Für CASPAR und mich ist das Clickern genau der richtige Weg. Ich bedauere es sehr, dass ich es erst so spät für uns entdeckt habe, ich hätte uns sehr viel Stress ersparen können... Auch für DOLF wäre es eine tolle Trainingsalternative gewesen. Er hat mir die andere Methode nie übel genommen, aber was für einen noch freudiger arbeitenden Hund hätte ich haben können, wenn ich mit meinem ach so verfressenen DOLF geclickert hätte… :o)  

 

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